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Broistedt droht das Bundesliga-Aus

Luftpistolen-Team fehlen 6000 Euro Broistedt droht das Bundesliga-Aus

Sportlich läuft es wie geschmiert, Broistedts Luftpistolen-Schützen lassen derzeit die Top-Ergebnisse nur so sprudeln, was jedoch trotz des Spitzensports nicht sprudelt, ist das Geld. Dem Tabellenführer der Bundesliga Nord fehlen rund 6000 Euro, um auch die Ausgaben der kommenden Saison stemmen zu können.

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Hans-Jörg Meyer (rotes Polo-Shirt) zählt zu Broistedts Aushängeschildern, er schoss schon bei den Olympischen Spielen in Peking.

Quelle: bt

„Wenn das so bleibt, müssen wir das Team abmelden“, stellt Trainer Philip Bernhard ernüchtert fest. Kampflos seinem Schicksal ergeben will sich der Schützenbund jedoch nicht, der Verein kämpft mit einer Rettungsaktion um die Zukunft.

Rund 12 000 Euro kostet den SB nach Angaben von Bernhard die laufende Bundesliga-Saison. Der Haupt-Anteil dafür entfällt auf Start-Gebühren, hinzu kommen Übernachtungs- und Verpflegungskosten und mitunter Flüge für den Spitzenschützen Patrick Becker. Der Schreiner lebt nämlich in der Schweiz. Allein für die Nord-Runde der Bundesliga mit zumeist Doppelwettkämpfen müssen die Broistedter in diesem Jahr 1800 Kilometer Fahrstrecke zurücklegen. Sie schießen zwar gerne, aber Geld verballern sie nicht. „In den teuersten Hotels schlafen wir nun wirklich nicht, wir versuchen etwas für 30 Euro zu bekommen“, verdeutlicht Bernhard. Bei Trainingslagern oder Heimwettkämpfen wird schon einmal auf dem Dachboden bei Manager und Betreuer Erich Fricke übernachtet.

Damit die acht Schützen und die eine Schützin ihren Sport auf Top-Niveau überhaupt ausführen können, würden sie sogar Geld mitbringen, verdeutlicht Trainer Bernhard. Antje Noeske und Theo Hadrath etwa reisen aus Mecklenburg-Vorpommern zu den Wettkämpfen an. „Eine Strecke sind dann locker mal 700 Kilometer - und das nur um des Sportes willen“, sagt Bernhardt. Fahrtgeld - das gebe es vielleicht für einen Kreisklassen-Fußballer, aber nicht für einen Luftpistolen-Bundesliga-Schützen, der sieben bis acht Trainingseinheiten pro Woche absolviere. Und als der Schweizer Patrick Becker beim großen Oktoberfest-Schießen des Bayrischen Schützenbunds 500 Euro gewann, „da spendierte er sie feierlich unserer Teamkasse“, lobt Bernhard.

Das Abenteuer Bundesliga sei zudem in dieser Saison noch einmal teurer geworden. Denn die Nord-Liga wurde von 8 auf 12 Teams aufgestockt, das bedeutet zwei Wettkampf-Wochenenden mehr und zusätzliche Kosten. Ausgerechnet nun fehlen Sponsoren. „Wir haben erst 50 Prozent der Finanzierung für nächstes Jahr zusammen“, verdeutlicht Bernhard. Bis Anfang kommenden Jahres müsse etwas passieren, sonst sei das Bundesliga-Aus für Broistedt besiegelt. Die Schützen würden zwar sicherlich ein Dach über dem Kopf bei anderen Vereinen finden - „sie würden mit Kusshand genommen werden“, merkt Bernhard an. Doch das Team wolle gerne zusammenbleiben, weil es super harmoniert. „Hier ist jetzt zehn Jahre etwas zusammengewachsen auf einem Niveau, bei dem ich nur sagen kann: Donnerlittchen“, betont Bernhard.

Um das zu erhalten, hat der Verein im Internet nun einen Hilferuf gestartet: Sponsoren können symbolisch den Rettungsknopf drücken und mit Spenden zum Erhalt beitragen. „Es muss nicht der eine große Spender sein, mit vielen kleinen wäre es noch einfacher“, betont Bernhard. Zudem werde der SB die Peiner Schützenvereine anschreiben und um Hilfe und Tipps bei der Sponsoren-Suche bitten. „Ich hoffe auf Solidarität, denn als Bundesliga-Verein sind wir ja auch ein Peiner Aushängeschild.“

Beim Heim-Wettkampf am 9. und 10. Januar in der Woltwiescher Sporthalle will der Schützenbund noch einmal kräftig die Werbetrommel für seinen Sport rühren und so auch mögliche Geldgeber begeistern. Wer bisher noch keinen Luftpistolen-Wettkampf der Broistedter gesehen habe, der werde begeistert sein, versichert Bernhard. „Bei unseren Wettkämpfen ist richtig Stimmung, es geht richtig zur Sache. Und wir sind Sportler zum Anfassen, zwischen den Wettkämpfen und danach kann man mit uns in Kontakt kommen.“ Vielleicht nutzt ein Sponsor die Gelegenheit. „Noch ist es nicht zu spät“, versichert Bernhard.

So können Interessierte helfen:

Damit der Schützenbund Broistedt mit seinem Luftpistolen-Team in der Bundesliga mitschießen kann, hat er einen Förderverein gegründet. Wer Mitglied werden möchte, hat mehrere Beitrags-Varianten von 50 Euro bis zur VIP-Mitgliedschaft für 1500 Euro. Mit dem Geld wird der Spitzensport im SB unterstützt.

Alle Infos zur Rettungsaktion und Kontaktdaten gibt es unter www.fvbsb.de

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