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Braunschweig gelingt im Derby erster Saisonsieg - 2:0 in Wolfsburg

Braunschweig gelingt im Derby erster Saisonsieg - 2:0 in Wolfsburg

Eintracht Braunschweig kann auch in der Bundesliga gewinnen. Nach dem schlechtesten Saisonstart eines Bundesligaclubs überhaupt gelang dem Aufsteiger im Derby in Wolfsburg der erste Saisonsieg.

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Der Wolfsburger Ivica Olic (3.v.l) und Braunschweigs Omar Elabdellaoui (l), Ermin Bicakcic und Marco Caligiuri (r) kämpfen um den Ball.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Wolfsburg. Die Fans sangen "Oh, wie ist das schön", die Spieler lagen sich glückselig in den Armen, und Trainer Torsten Lieberknecht herzte jeden, der nicht schnell genug aus seiner Nähe verschwand. 10.353 Tage nach dem bislang letzten Erfolg in der Fußball-Bundesliga ist Eintracht Braunschweig ausgerechnet im Derby beim VfL Wolfsburg der erste Saisonsieg gelungen.

"Das ist ein ganz besonderer Tag für den gesamten Verein", sagte Karim Bellarabi, der den Aufsteiger beim 2:0 (1:0) am Samstag in Führung geschossen hatte (31. Minute). Domi Kumbela erhöhte in der Schlussphase (86.) zum Endstand. Der Sieg krönte eine emotionale Woche, in der sich Fans und Clubführung mit Macht und Erfolg gegen einen möglichen Rücktritt von Trainer Torsten Lieberknecht gestemmt hatten.

"Diese Woche hat sich das Grübeln gelohnt", sagte Lieberknecht ironisch und in Anspielung auf seine verwirrenden Aussagen vom vergangenen Sonntag, als der Coach der Eintracht nach dem 0:4 in Stuttgart eingeräumt hatte, "ins Grübeln" zu kommen. Damit hatte der 40-Jährige angeblich unfreiwillig Spekulationen über seinen Rücktritt ausgelöst. Davon schien Lieberknecht, der beim zuvor letzten Bundesligasieg Braunschweigs am 1. Juni 1985 bei Bayer Uerdingen (2:1) elf Jahre alt gewesen war, in Wolfsburg weit entfernt. Gewohnt emotional und engagiert verfolgte er den beherzten Auftritt seines Teams, als hätte es den Wirbel der vergangenen Tage nicht gegeben.

Durch den Sieg verließ Braunschweig zumindest für einen Tag mit nun vier Punkten den letzten Tabellenplatz. Das umständliche Spiel des Favoriten aus Wolfsburg spielte der neuen Aufbruchstimmung in Braunschweig in die Karten. "Das ist eine Riesen-Enttäuschung nicht nur für die Leute da draußen, sondern auch für die Mannschaft", klagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, für den auch die Solidaraktion der Braunschweiger Fans für Lieberknecht unter der Woche spielentscheidend gewesen ist.

Anhänger und Club-Führung hatten dem scheinbar amtsmüden Lieberknecht nach dem schlechtesten Saisonstart eines Bundesligaclubs überhaupt demonstrativ den Rücken gestärkt, indem sie Trainer und Spieler mit rund 500 Mann am Mittwoch während des Trainings lautstark gefeiert hatten. "Das war eine optimale Motivation für unseren Gegner", befand Hecking. Sein Team tat sich schwer, aus optischer Überlegenheit auch Torgefahr zu entwickeln. Ein Drehschuss von Marcel Schäfer, den Eintracht-Keeper Daniel Davari zur Ecke lenkte (20.), war die einzige echte Chance des VfL im gesamten Spiel.

Etwa zur Hälfte des ersten Durchgangs konnte auch Braunschweig Akzente setzen und wurde bei Kontern forscher. Mit der ersten Möglichkeit gelang der Eintracht auch die erste Führung dieser Saison. Bellarabi staubte zum 1:0 ab, nachdem er von Mirko Boland uneigennützig frei gespielt worden war. Zur Pause wagte VfL-Coach Hecking noch mehr Risiko und brachte für Mittelfeldspieler Schäfer den offensiveren Ivan Perisic. Ohne Erfolg: Wolfsburg spielte ideenlos, umständlich und unkonzentriert und baute Braunschweig weiter auf. Einen der vielen Konter der Gäste nutzte der eingewechselte Aufstiegsheld Kumbela zu seinem ersten Saisontor. Es folgte eine Massenabwanderung der enttäuschten VfL-Anhänger. Bei den Braunschweigern entluden sich dagegen alle Emotionen.

dpa

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