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Black-Panthers-Initiative: Kämpfen für Flüchtlinge

Boxen Black-Panthers-Initiative: Kämpfen für Flüchtlinge

Fast 50 Pokale hat Kazim Yilmaz vom Peiner Box-Club Black Panthers schon für die Sieger und Zweitplatzierten des Integrations-Cups gekauft. „Dabei geht es eigentlich gar nicht um Gewinnen und Verlieren im Ring“, merkt der Vereins-Chef an.

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Ilgar Guliev (Mitte) wird auch dabei sein: Die Black Panthers richten im Mai einen Integrations-Cup in Peine aus - mit einem eigenen Ring.

Quelle: im

Die rund 200 Boxer aus 20 Vereinen, die am 16. und 17. Mai in der Peiner Gunzelinhalle mitmachen, wollen vor allem beim Thema Menschlichkeit punkten. Denn von den Einnahmen des Turniers bietet der Peiner Verein Flüchtlingen kostenfreies Training an, stattet sie mit Boxmaterialien wie zum Beispiel Seil und Mundschutz aus und ruft ein zusätzliches Sport-Angebot ins Leben (siehe Infokasten). Dem Landessportbund gefiel die Idee so gut, dass er das Black-Panthers-Projekt mit 1000 Euro fördern wird.

Ein Integrations-Cup schwirrte Kazim Yilmaz schon länger im Kopf herum, er hat schließlich regelmäßig mit Flüchtlingen zu tun. Der Iraner Ehsan Moradi zum Beispiel hat bei den Black Panthers inzwischen eine neue sportliche Heimat gefunden und vor kurzem sogar den Verbandsmeistertitel nach Peine geholt. Doch jüngst musste der 25-Jährige häufig beim Training passen. Ehsan Moradi ist in Groß Ilsede untergebracht, das Ticket für die Busfahrt nach Peine kann er sich nicht immer leisten. Auch dieser Umstand bestärkte Kazim Yilmaz darin, noch mehr für Flüchtlinge zu tun.

Der Integrations-Cup soll dabei helfen. Zunächst plante Yilmaz eine Eintages-Veranstaltung, doch das Interesse übertraf jegliche Erwartungen. „Wir wurden regelrecht überrannt, nur ein paar Tage nachdem wir eingeladen hatten, waren die Startplätze schon ausgebucht“, schildert er. Ob Bremen, Schalke oder Wolfenbüttel - gleich 20 Vereine schicken ihre Sportler in den Ring. Das Turnier wurde auf zwei Tage ausgeweitet. Yilmaz sieht aber auch darin gleich wieder etwas Positives: „Die Teilnehmer können in der Halle übernachten, das trägt zu Kameradschaft und Fairness bei“, sagt er.

Geboxt wird auf einem Hochring, den die Black Panthers jüngst im Internet für 1500 Euro ersteigerten. „Ein Glücksfall. Als wir den gesehen haben, haben wir gleich einen Lkw gemietet“, erzählt Yilmaz. Vorm Turnier müsse der Ring nur noch ein wenig aufgearbeitet werden. Aber da ist sich der Klub-Chef der Unterstützung seiner Mitglieder sicher.

Wilhelm Laaf, der Vorsitzende des Kreissportbunds, freut sich über das Engagement der Black Panthers. „Denn ich begrüße jede Idee, bei der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht werden. Und Sport ist nunmal die Integrationskultur schlechthin“, sagt er.

Auch deshalb hatte er sich im Januar an die Sportvereine gewandt und um Vorschläge und Ideen gebeten, die der KSB in den Peiner Arbeitskreisen zum Thema Flüchtlinge einbringen kann. Laaf hatte sich zwar noch mehr Initiative erhofft, aber einige schöne Beispiel von Hilfe seien bereits passiert: Der MTV Groß Lafferde etwa engagiert sich für die Bewohner des Flüchtlingswohnheims, eine ähnliche Initiative gibt es beim SV Lengede. Und der TSV Marathon Peine hat gerade einen syrischen Flüchtling aufgenommen, der gerne Fußball spielen will. Laaf ermutigt in diesem Zusammenhang auch andere Klubs, auf Flüchtlinge und Asylbewerber zuzugehen und verweist auf eine Initiative des Landessportbunds. Der hat einen Zusatzvertrag zur bestehenden Sportversicherung abgeschlossen, durch den Flüchtlinge und Asylbewerber ab sofort und zunächst für ein Jahr auch dann unfall- und haftpflichtversichert sind, wenn sie Sport-Angebote nutzen, aber gar nicht Mitglied im Verein sind.

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Mit den Erlösen des Integrations-Cup will der Peiner Box-Sport-Club Black Panthers sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Folgende Projekte soll es geben:

- Jeden Samstag bietet der Verein in der Bodenstedthalle einen Sport-Treffpunkt für Flüchtlinge und Mitglieder an. Bei verschiedenen Sportarten wie Fußball, Basketball oder Tischtennis sollen sich die Teilnehmer kennen lernen – und die Flüchtlinge können sich auspowern statt nur zu warten.

- Flüchtlinge ab 6 Jahren haben die Möglichkeit, ein Jahr lang beitragsfrei bei den Black Panthers zu trainieren.

- Flüchtlinge, die regelmäßig an den Trainingseinheiten teilnehmen erhalten eine Box-Grundausstattung mit Sportsachen, Seil, Bandagen, Mundschutz und Handschuhen.

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