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Beliebte AG: Erst Fußball, dann Nachhilfe

Schul-Projekt Beliebte AG: Erst Fußball, dann Nachhilfe

„Wir haben 99 Prozent des Spiels beherrscht. Die übrigen drei Prozent waren schuld, dass wir verloren haben.“ Diese Rechenschwäche offenbarte einst der ehemalige niederländische Fußballnationalspieler Ruud Gullit. Solche Fehler werden den Schülern der Gunzelin Realschule in Zukunft nicht mehr widerfahren.

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Mädchen und Jungs kicken gemeinsam - und mit viel Spaß.

Quelle: im

Der Grund dafür heißt „Funah“.

„Funah“ ist eine Abkürzung von „Fußball“ und „Nachhilfe“. So heißt das Projekt, das zwei Peiner Studenten ins Leben gerufen haben. Mit Fußball spielen und anschließendem Nachhilfeunterricht wollen Dominik Feer und Omar Fahmy den Schülern der Gunzelin-Realschule das Lernen erleichtern.

„Bisher gibt es in Schulen Fußball und Förderunterricht nur getrennt“, sagt Feer, der wie Fahmy derzeit in Hildesheim sein Lehramtsstudium absolviert. „Deswegen wollten wir ein Projekt ins Leben rufen, das beide Punkte kombiniert.“ Und sie wollten es ehrenamtlich umsetzen.

Die beiden überlegten, wie dieses Programm ablaufen könnte. Dabei sind sie auf ein ähnliches Projekt in München gestoßen. „Dort ist es jedoch eher erzieherisch ausgelegt“, erklärt Fahmy. „Bei unserem Projekt sollen die Kinder jedoch Werte für eine Gemeinschaft lernen und dabei an ihren Schwächen arbeiten.“

Die Mischung von Fußball und Nachhilfe hat die Schulleitung der Gunzelin-Realschule gereizt, wie der 2. Konrektor Carsten Heidenreich beschreibt: „Als die beiden uns das Projekt vorgestellt haben, fanden wir die Kombination von Förderunterricht und Spaß in einer Veranstaltung sehr gut.“

Förderung vom Ministerium für das Pilotprojekt

So wurden die Planungen immer konkreter. Dabei kamen die beiden Studenten auf die Idee, das Projekt von dem lokalen Aktionsplan (LAP), einer Aktion des Bundesministeriums für Familie, fördern zu lassen. Sie bekommen so Auslagen ersetzt. „Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, aber wenn es funktioniert, wollen wir es an weiteren Standorten einführen“, sagt Feer.

Unterstützung bekommen die Funah-Leiter auch von ihrer Universität und Professorin Vera Volkmann, die Feer und Fahmy beratend zur Seite steht. „Das Projekt soll eine Möglichkeit für Kinder sein, die schlechtere Bildungschancen haben. Und es soll jedes Kind davon profitieren“, sagt Volkmann.

Die Gunzelin-Schüler haben gemeinsam erarbeitet, welche Regeln während der AG gelten sollen. „Das ist wichtig für das Miteinander“, sagt Fahmy. Die Schüler, die aus dem fünften und sechsten Jahrgang kommen, sollen sich beim Lernen gegenseitig unterstützen.

Der Fußball wurde hinzugenommen, damit die Kinder Spaß an der AG haben. „Der sportliche Anreiz soll dazu dienen, die Kinder zu locken, sich erst zu bewegen und dann zu üben“, erläutert Fahmy.

Für Fußball haben sich er und Feer entschieden, weil sie selber in dieser Sportart aktiv sind. Fahmy - ehemaliger Stürmer des TSV Edemissen - spielt nach einem zwischenzeitlichen Intermezzo beim Goslarer SC wieder beim Oberligisten VfV Hildesheim. Feer hütet als Spielertrainer das Tor des Kreisligisten Rot-Weiß Schwicheldt.

Dass Funah auf Zuspruch bei den Schülern trifft, zeigen die Anmeldungen - es war die AG mit dem meisten Zuspruch. „Ich habe mich für diese AG entschieden, weil sie etwas mit Fußball zu tun hat, und ich danach meine Hausaufgaben machen kann“, sagt Fünftklässer Erkan Karadayi.

Auch seine Mitschülerin Serena Guerrino ist beigeistert von der Schul-AG: „Ich bin bei Funah, weil ich zum einen zeigen will, dass Mädchen auch Fußball spielen können, und zum anderen, weil wir durch die gemeinsamen Regeln Zusammenhalt lernen.“

  • Um Funah an weiteren Schulen einführen zu können, hoffen Feer und Fahmy auf Unterstützung in der Betreuung der Schüler beim Fußball und/oder der Nachhilfe. Bei Interesse sind Feer und Fahmy unter info-funah@gmx.de zu erreichen.

lr

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