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Beim Dehnen wird auch Deutsch geübt

Integration beim Sport Beim Dehnen wird auch Deutsch geübt

Die Männer kicken, und das schon seit 1986. Der SV Bosporus Peine ist bekannt für seine Fußball-Abteilung. Doch seit mehr als einem Jahr schwitzen auch Frauen in dem Verein. Die Peinerin Melek Kakeci hat beim SV Bosporus Integrationssport eingeführt - von Frauen für Frauen.

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Auch mit Gymnastikbälle arbeiten sie: Die Integrationssport-Gruppe des SV Bosporus Peine.

Quelle: ju

Sie heben Kurzhanteln oder stretchen sich mit Terra-Bändern, machen Sit-Ups oder Liegestütz - einmal wöchentlich trainiert Kakeci die Problemzonen der Frauen im türkischen Sportverein Bosporus Peine. Bauch, Beine und Po werden in Form gebracht, die Ausdauer wird verbessert und die Beweglichkeit.

„Das tut mir gut“, sagt die Peinerin Ergün Nejla, die seit einem Jahr regelmäßig zur Sport-Gruppe kommt. „Ich fühle mich besser, wenn ich etwas für mich mache.“ So wie der 41-Jährigen geht es vielen Frauen, sagt Kakeci. Die 27-Jährige ausgebildete Fitness-Trainerin hat gemeinsam mit ihrem Vater Osman Benzer, Vereinsvorsitzender und Integrationsbeauftragter des Kreissportbundes Peine, die Idee zum Frauensport entwickelt. „In manchen Kulturen ist es nicht üblich, dass Frauen Sport machen“, erklärt Kakeci. „Einige Frauen dürfen vielleicht nicht in ein Fitness-Studio gehen, andere fühlen sich dort nicht wohl.“

Häufigstes Problem sei die Sprach-Barriere. „Viele Frauen fühlen sich wegen ihrer schlechten Deutschkenntnisse verloren oder verstehen die Übungen und Anweisungen der Trainer nicht.“ Bei Kakeci ist das anders. In der knapp 15-köpfigen Gruppe ist die Hemmschwelle niedriger, zum Großteil kennen sich die Frauen, sind Freunde oder Nachbarn. „Aber ich mache meine Übungen ausdrücklich nur auf Deutsch“, sagt Kakeci. „Ich will auch die Sprachkenntnisse fördern.“ Kleine Hilfestellungen bei Verständnisproblemen kommen ihr aber ab und an auch in Türkisch über die Lippen, gibt Kakeci zu.

Denn was vor mehr als einem Jahr als Integrationssport für Frauen aller Kulturen begann, ist leider noch immer ein rein türkischer Sportabend, so die 27-Jährige. Bislang habe noch keine nicht-türkische Frau den Weg in die Gruppe gefunden. „Das ist nicht schlimm, aber wir würden uns auch über Frauen anderer Kulturen freuen“, so Kakeci.

Für die Gruppe, in der Frauen zwischen 16 und 50 Jahren trainieren, steht allerdings nicht nur Aerobic und Kräftigungsübungen auf dem Programm. „Die Frauen haben auch großen Spaß an Ballsportarten“, sagt Kakeci. „Deshalb treffen wir uns mittlerweile noch ein zweites Mal in der Sporthalle, um gemeinsam etwas zu spielen.“

Während Montagabend also hartes Workout Programm ist, steht mittwochs vor allem Spaß auf dem Trainingsplan. Hockey und Brennball sind dabei die absoluten Favoriten bei den Frauen. „Ich kann es mir nicht erklären, aber sie lieben es“, wundert sich Kakeci. Gern würde die BWL-Studentin noch weitere Sportarten anbieten, doch „mir fehlen leider die Geräte“, schildert die Fitness-Trainerin.

Den Frauen des SV Bosporus Peine gefällt es aber auch so. „Es ist schön, dass es hier etwas freier zugeht“, sagt Aynur Benzer. „Es ist nicht schlimm, nach der Arbeit erst etwas später zu kommen oder mal die Kinder mitzubringen.“ Die 37-Jährige hat deshalb bewusst die Mitgliedschaft im Fitness-Studio gegen das Training bei Kakeci getauscht. Wie der Mann fast aller Teilnehmerinnen spielt auch ihrer beim SV Bosporus Fußball. „Nun war es aber Zeit, dass es auch mal etwas für uns Frauen gibt.“

ju

Trainingszeiten: Jede Frau kann beim Integrationssport des SV Bosporus mittrainieren. Geübt wird montags in der Sporthalle der Wilhelmschule und Mittwoch in der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule von 20 bis 21.30 Uhr. Infos auch im Internet: www.svbosporus-peine.de.

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