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Bei der Regenschlacht vom Trecker befreit

ADAC-Rallye-Masters Bei der Regenschlacht vom Trecker befreit

Ein Trecker auf einem Feld ist nichts Ungewöhnliches, ein gelbes Rennauto hingegen schon. Ausgerechnet beim Saisonfinale der ADAC-Rallye-Masters war der Sierßer Rennfahrer Marcel Becher auf den Abschleppdienst eines Landwirts angewiesen - und strahlte bei der Siegerehrung wenige Stunde später dennoch.

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Auf die Tube gedrückt: Rallye-Pilot Marcel Becher huscht in seinem Citroën C2 über einen Feldweg durch ein Senf-Feld. Ausgerechnet beim Saisonfinale kam der Sierßer nach einem Unfall nicht ins Ziel.

Quelle: Chris Kuhr

Nicht mehr vor, nicht mehr zurück: Auf Wertungsprüfung sieben hatten sich Marcel Becher und seine Co-Pilotin Heinke Möhrpahl in eine im wahrsten Sinne des Wortes festgefahrene Situation bei der Drei-Städte-Rallye im Landkreis Passau in Bayern manövriert. Dauerregen hatte den Wettkampf zu einer schmierigen Angelegenheit gemacht. 800 Meter vor Ende der Prüfung geriet Becher auf einem schlammigen Schotterweg in Spurrillen. „Wir hatten Aquaplaning und sind quer gekommen“, schildert Becher. Auch die eigens für die Regenschlacht mit einem Profilschneider neu beschnittenen Reifen halfen da nicht mehr. Der 185-PS-Citroën und die Rallyesportler donnerten in ein Feld, das vom Regen völlig verschlammt war. „Ich wollte die Kiste erst noch freibuddeln, aber das hat auch nichts gebracht.“ Becher musste aufgeben. Ausfall im Saisonfinale. Ein Traktor befreite den Flitzer des Kfz-Meisters. „Egal, auch ein paar Allrad-Autos sind ausgefallen“, nahm es der 23-Jährige gelassen.

Ein paar Stunden später konnte er sogar schon wieder Strahlen. Fürs Pressefoto bei der Siegerehrung der ADAC-Rallye-Masters-Serie. In seiner ersten Saison in der zweiten Liga des deutschen Rallyesports düste Becher gleich auf Platz 5 in der Junior-Wertung und Platz 16 in der Gesamt-Wertung. „Damit hatte ich anfangs der Saison nicht gerechnet, mit ein bisschen Glück wäre sogar Rang drei drin gewesen“, bilanzierte Becher zufrieden. In seiner Divisionsklasse fuhr er sogar aufs Podium und wurde Dritter.

Die Winterpause nutzt Becher nun dazu, um seinen gelben Citroën aufzumotzen. „Wir bauen ihn zur Max-Version um, mit mehr Leistung und einem Fahrwerk auf neuestem Stand“, erläutert Becher.

Mit dem Ausfall in Bayern wollte der Sierßer seine Rallye-Saison übrigens nicht beenden und machte seinen VW-Golf-II-Opa noch einmal fit. Eine Woche lang schraubte er gemeinsam mit seinem Vater Michael fast Tag und Nacht an dem 27 Jahre alten Gefährt, um bei der Rallye Atlantis starten zu können. Und erlebte ein echtes Abenteuer: Kurz vorm Start war die Batterie leer, die Servolenkung fiel aus, den hängenden Auspuff musste er mit Spanngurten hochbinden. „Das war alles schon echt MacGyver-mäßig“, verglich Becher mit dem Fernseh-Held der 80er-Jahre. Trotzdem erreichte er mit Beifahrerin Lena Simon das Ziel.

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