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Auch mit 80 schmettert "Treffix" energisch

Tischtennis Auch mit 80 schmettert "Treffix" energisch

Bei der SG Adenstedt können sie froh sein, dass Werner Roffmann damals mit Keller gebaut hat. "Dort haben wir eine Tischtennis-Platte aufgestellt und abends mit den Kindern daran gekloppt wie die Verrückten", erzählt Roffmann.

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Die Vorhand sitzt: Werner Roffmann mag kein langes Geschiebe, er sucht die Entscheidung im Angriff.

Quelle: im

Die Platte im Keller war die Initialzündung für seinen Eintritt in die Tischtennis-Abteilung. Mittlerweile ist Roffmann Adenstedts ältester Spieler. Himmelfahrt feierte er seinen 80. Geburtstag.

Den Gegner mit einem saftigen Abwehrschnitt zermürben - das ist Roffmanns Sache nicht. Auch mit 80 sucht er sein Heil in der Offensive. „Das Geschiebe mag ich nicht, dafür bin ich zu ungeduldig. Ich möchte immer am liebsten angreifen - wie schon im Fußball“, sagt Roffmann, der einst auch ein gefürchteter Stürmer bei Adenstedts Kickern war. Seine Strafstöße verwandelte er so souverän, dass Bayerns Arjen Robben nur staunen könnte. Mehrfach übertölpelte er die Torhüter auch mit direkt verwandelten Eckbällen. Seine Mitspieler verpassten ihm passenderweise den Spitznamen „Treffix“. „Bekannt war ich allerdings auch für zeitweiligen Eigensinn“, räumt Roffmann mit einem Schmunzeln selbstkritisch ein. Bis 1985 noch stürmte der Adenstedter für die SG-Alt-Herren.

Zwölf Jahre zuvor legte er auch mit dem Sport mit dem kleineren Ball los. Mehr als 700 Spiele hat Roffmann seit 1973 für Adenstedts Tischtennis-Teams absolviert. „Am liebsten bin ich in Bewegung“, betont der ehemalige Kundendienstleiter für Haushaltsgeräte bei Bosch/Siemens. Und Tischtennis sei nunmal eine Sportart, die man ohne größeres Verletzungsrisiko bis ins hohe Alter betreiben könne. „Vom körperlichen Ablauf her ist es nicht so strapaziös wie zum Beispiel Tennis“, vergleicht Roffmann. Die SGA hat sich zur regelrechten Tischtennis-Senioren-Hochburg entwickelt. Montags und freitags wird beim Training geschmettert, geschupft und geklönt. „Sechs Spieler haben die Schwelle von 70 Jahren überschritten. Der Zusammenhalt bei uns ist gut“, sagt der gelernte Elektriker.

Wie viel Energie der 80-Jährige hat, das bekommen seine Gegner in der 4. Kreisklasse zu spüren. In der vierten Mannschaft der SGA hat Spitzenspieler Roffmann eine 13:5-Bilanz erkämpft. Niederlagen kann er verkraften. „Mein Grundsatz lautet: Gewinnen wollen, verlieren können.“

Auf dem Sofa faulenzen - das kann Roffmann jedoch nicht. Vor 17 Jahren ist er zwar in beruflichen aber nicht in privaten Ruhestand gegangen. Im 1400 Quadratmeter großen Garten wird gemäht und gedüngt, er verfolgt die Tischtennis-Spieler seiner Tochter Dagmar Oppermann mit der SGA in der Bezirksoberliga, sonntags bricht er zu rund 50 Kilometer langen Radtouren auf. „Hin immer gegen den Wind“, erzählt Roffmann. Und: Am Computer kennt er sich aus, bearbeitet Bilder oder gestaltet Grußkarten. Auf dem Stubentisch liegt ein Werk von Comedian-Philosoph Dieter Nuhr, zuletzt verschlang er Joachim Fuchsbergers ironische Betrachtung „Altwerden ist nichts für Feiglinge“. Zum Lachen geht Roffmann nicht in den Keller - lieber zum Feiern. Heute haben sich seine Teamkollegen und der Abteilungsvorstand angesagt. „Das wird ein langer Abend werden“, vermutet Roffmann.

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