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50 goldene Sportabzeichen und ein wichtiger Pappkarton

Peines Sportabzeichen-Stützpunktleiter Dieter Hachmeister gibt nach zehn Jahren sein Amt ab 50 goldene Sportabzeichen und ein wichtiger Pappkarton

Passender lässt sich eine ohnehin schon runde Sache kaum abrunden. Seit 50 Jahren engagiert sich Dieter Hachmeister aus Dungelbeck für das Deutsche Sportabzeichen. So lange arbeitet er schon als Prüfer, misst Weiten, stoppt Zeiten und gibt den Sportlern Tipps.

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Der Praktiker: Dieter Hachmeister erklärt Sportabzeichen-Prüfern neue Übungen, mit denen der Fitness-Orden seit 2013 erworben kann.

Quelle: im

Er feierte im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag, erwarb jetzt zum 50. Mal seinen Fitness-Orden in Gold, und seit 10 Jahren leitet er den Sportabzeichen-Stützpunkt Peine. So viele Jubiläen auf einmal - das ist der richtige Zeitpunkt, um sein Amt abzugeben, findet Hachmeister.

Heute Abend wird er zum letzten Mal die Sportabzeichen-Verleihungsfeier am Stützpunkt Peine leiten. „Eine Träne wird wohl dabei sein“, sagt er.

Ein Pappkarton und ein prall gefülltes Adressbuch - mit deren Hilfe hat der ehemalige Deutsch- und Sport-Lehrer der Gunzelin-Realschule schon einige Peiner zum Sportabzeichen gebracht. Den kleinen Trick mit dem Pappkarton setzte Hachmeister gerne ein, wenn er erkannte, dass der Sportabzeichen-Teilnehmer beim Weitsprung nicht hoch genug absprang und deshalb die erforderliche Weite verfehlte. „Dann habe ich den Pappkarton als kleines Hindernis beim Absprung aufgebaut und schon funktionierte es“, erzählt Hachmeister.

Zu sehen und auch dazu beizutragen, wie sich die Sportabzeichen-Teilnehmer steigern, das war für Dieter Hachmeister Ansporn, sich zu engagieren. „Ich wusste, dass die Sache mit viel Arbeit verbunden ist. Aber das positive Echo der Teilnehmer tat gut.

Außerdem habe ich jahrelang auch von Kollegen profitiert, die sich im Ehrenamt engagiert haben, dafür wollte ich gerne etwas zurückgeben“, sagt das Vereinsmitglied des MTV Vater Jahn Peine.

Ob Schüler oder Erwachsene - Hunderte von Peinern haben unter der Regie des Dungelbeckers ihren Fitness-Orden erworben. Im Rekordjahr 2011 waren es zum Beispiel 403 Erwachsene in Peine. Als Erfolgsrezept hat Hachmeister vor allem eines ausgemacht: „Den persönlichen Draht zu den Leuten.“ 340 E-Mail-Adressen und noch mehr Telefonnummern stehen in seinem Sportabzeichen-Adressbuch. Und wenn einem Starter nur noch eine Disziplin fehlte, dann erinnerte und ermutigte Hachmeister auch gerne in einem persönlichen Telefongespräch.

An Barren, Reck und Kasten macht ihm so leicht keiner etwas vor

Noch lieber als zu telefonieren ist ihm jedoch, Sport zu treiben. Sein jüngstes Sportabzeichen zum Beispiel hat der 70-Jährige mit zügig gewalkten 7,5 Kilometern und drei Turnübungen gemeistert. An Barren, Reck und Kasten macht ihm so leicht keiner etwas vor, Hachmeister war Leistungsturner bei den Jahnern, ein guter Mehrkämpfer.

Er kennt sich jedoch nicht nur mit dem Aufschwung perfekt aus, er weiß inzwischen auch, wie er auf Rollen richtig in Schwung kommt. Als andere in seinem Alter vor allem über die Rente redeten, wagte sich Hachmeister noch an eine neue Sportart: Mit 60 lernte er Inline-Skaten.

„Das war kein Problem, ich bin ja früher auch viel Schlittschuh gelaufen. Ich bedauere es für die jungen Leute, dass dieses Angebot aus den Sportabzeichen-Disziplinen gestrichen wurde“, sagt Peines Stützpunktleiter.

Am 1. Februar wird er sein Amt offiziell an Klaus Pölka übergeben.

Heute Abend leitet er seine letzte Verleihungsfeier. Langweilig dürfte ihm jedoch auch danach nicht werden. Montags hält er sich mit Jahns Senioren bei Gymnastik-Übungen fit, mittwochs joggt er in einer Senioren-Laufgruppe und freitags mit dem Peiner Lauftreff im Herzberg, er besucht regelmäßig das Theater. „Mit meiner Frau möchte ich jetzt gerne ein bisschen öfter in den Urlaub fahren“, sagt er. Zwei Reisen an die See sind schon gebucht. Durchatmen auf Föhr und in Glücksburg! „Ich freue mich schon aufs Radfahren“, sagt Hachmeister.

Seinem Sportabzeichen-Stützpunkt bleibt er als Prüfer erhalten. Der Pappkarton kommt noch lange nicht ins Altpapier.

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