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4000 Euro fehlten: Bundesligist Broistedt zieht zurück

Luftpistolen-Bundesliga 4000 Euro fehlten: Bundesligist Broistedt zieht zurück

Es ist das bittere Ende einer elfjährigen Erfolgsgeschichte: Aus finanziellen Gründen hat der Schützenbund Broistedt seine Luftpistolen-Mannschaft aus der Bundesliga abgemeldet. 4000 Euro fehlten im Etat. Kosten für weite Auswärtsfahrten knockten das SB-Team aus und große Sponsoren waren nicht zu finden.

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Hans-Jörg Meyer bleibt: Der Olympia-Teilnehmer von Peking schießt für Broistedt sogar in der Bezirksliga. Das Schützenbund-Team war in der Bundesliga bekannt für seine tollen Fans, die ihre Mannschaft mit Rasseln und Trommeln unterstützten.

Quelle: Isabell Massel

Broistedt. Es ist das bittere Ende einer elfjährigen Erfolgsgeschichte: Aus finanziellen Gründen hat der Schützenbund Broistedt seine Luftpistolen-Mannschaft aus der Bundesliga abgemeldet. Die Entscheidung, die Notbremse beim mehrfachen DM-Medaillengewinner ziehen zu müssen, machte SB-Coach Philip Bernhard traurig: „Such mir ein Loch und buddele es noch einen Meter tiefer – so fühle ich mich. Die Stimmung in unserem Team war etwas ganz besonderes“, bestätigte er den Rückzug.

Viele Topschützen, sogar zwei Olympia-Teilnehmer, fanden in Broistedt ihr Glück, doch am Ende knockte das Pech das Schützenbund-Team aus. Denn: Die Broistedter bekamen nicht den erhofften Termin zum Vorrunden-Finale für ihren Heim-Wettkampf in der Woltwiescher Sporthalle. Die Bundesliga-Kollegen vom Verein Freischütz Wathlingen waren schneller beim Reservieren. Die Broistedter hätten ihren Heim-Wettkampf zwar zum Saisonstart im Oktober austragen können. „Aber dadurch sind wir in einen anderen Verteilungsschlüssel hineingerutscht und hätten nur die weiten Auswärtsfahrten bekommen. Das ist ganz blöd gelaufen“, hadert Bernhard. Statt zu den Nachbarn nach Braunschweig, Uetze oder Wathlingen hätten die Broistedter zu ihren Doppel-Begegnungen nach Idstein bei Wiesbaden, nach Haxtum bei Aurich, nach Berlin und nach Kriftel bei Frankfurt reisen müssen. Da die Duelle samstags und sonntags ausgeschossen werden, plagten die Broistedter nun zusätzliche Übernachtungskosten für ihre Athleten. „Allein für Zimmer plus Verpflegung – da hätten wir mit 650 bis 700 Euro pro Tag zusätzlich rechnen müssen“, erläutert Bernhard.

Mit einem Haushalt von rund 12000 Euro hatten die Broistedter inklusive der Teilnahme am DM-Finale für die Saison kalkuliert. „Jetzt hatten wir plötzlich 4000 Euro Mehraufwand. Wenn 1000 Euro offen gewesen wären, hätten wir das irgendwie stemmen können, aber so ist das Risiko nicht mehr verantwortbar“, betont Bernhard. Der Schützenbund zog die Notbremse.

Am Ende half auch der im vergangenen Jahr gegründete Förderverein nicht mehr. Rund 30 Einzel-Gönner und 5 Firmen hatten mit ihrer Mitgliedschaft den Spitzensport in Broistedt unterstützt. „2800 Euro konnten wir damit einsammeln. Das war schon gut“, sagt Bernhard. Doch die ganz großen Sponsoren fehlten. „Wir lagen offenbar in der falschen Gegend“, bedauert der SB-Coach, der sich beim Werben Absagen aus Salzgitter, Wolfsburg und Peine eingehandelt hatte.

Die Mannschaft fällt nun auseinander. Der Olympionike Patrick Scheuber aus der Schweiz wird seine Karriere wohl beenden, der starke Youngster Jan Brückner wechselt zum Bundesliga-Aufsteiger Raesfeld, Antje Noeske und Theo Hadrath zieht es in die Regionalliga nach Bremerhaven, Florian Ullrich vermutlich zum Erstligisten Wathlingen. Aber Hans-Jörg Meyer bleibt. Er hat Heldenstatus in Broistedt, löste er 2008 doch das Olympia-Ticket für Peking. Er wird künftig mit Trainer Philip Bernhard und Betreuerin Dagmar Fricke in der Bezirksliga für den Schützenbund schießen. Eine Rückkehr mit Broistedt in die Bundesliga schließt Philip Bernhard aus: „Das kommt nicht mehr wieder, das ist Geschichte.“ Aber eine Erfolgsgeschichte.

Von Christian Meyer

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