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Reiselust der Deutschen bleibt hoch

Tourismus Reiselust der Deutschen bleibt hoch

Spanien statt Türkei: Bilder von Anschlägen auf Reiseziele wie Istanbul wirken auch auf Touristenströme. Während das Land am Bosporus Einbußen hinnehmen musste, stieg das iberische Land in der Gunst deutscher Urlauber.

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Auf der Messe «Caravan Motor Touristik» präsentiert Tourismusexperte Martin Lohmann eine Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen.

Quelle: Christoph Schmidt

Stuttgart. Die Deutschen sind einer Studie zufolge weiter sehr reisefreudig, suchen sich wegen Terrorgefahr in Ländern wie der Türkei aber neue Urlaubsziele.

"2017 verspricht ebenfalls ein starkes Reisejahr zu werden, die Urlaubslust ist ausgeprägt", sagte der Tourismusexperte Martin Lohmann zum Auftakt der Stuttgarter Messe

"Caravan Motor Touristik"(CMT/ 14. bis 22. Januar).

Der Professor stellte eine Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen vor, derzufolge die Menschen in Deutschland 2016 etwa gleich oft gereist sind wie 2015. Allerdings gab es aufgrund der Terroranschläge Verschiebungen bei der Urlauberströmen - anstatt in die Türkei oder nach Ägypten reisten viele Deutsche nach Spanien oder Griechenland.

Als einen Grund für die insgesamt positiven Aussichten für die Tourismusbranche nannte Lohmann die gute Konjunktur, wodurch die Menschen im Schnitt mehr Geld haben. 2016 hatten die Menschen in Deutschland nach Lohmanns Einschätzung wie schon im Vorjahr etwa 69 Millionen Urlaubsreisen gemacht und dabei wieder etwa 66 Milliarden Euro ausgegeben. Das sei ein hohes Niveau, betonte der Professor. Etwa zwei von drei Deutschen verreisen jedes Jahr mindestens einmal, zur Jahrtausendwende war es nur jeder Zweite und in den 1980ern nur jeder Dritte. Im Vergleich zu anderen Staaten seien die Deutschen also sehr urlaubsfreudig, sagte Lohmann. "Reisen ist für Deutsche wie Tannenbaumkaufen - das macht man jedes Jahr."

Lohmann betonte, man dürfe die Folgen des Terrors auf das Urlaubsverhalten der Deutschen nicht überbewerten. "Die Urlauber denken durchaus bei der Wahl ihres Reiseortes an die Terrorgefahr - die Reiselust an sich wird dadurch aber nicht gebremst", sagte er. Wenn es im Reiseziel Terror gebe, habe das zwar eine "heftige Wirkung auf die touristische Nachfrage aus Deutschland". Aber: "Diese Wirkung ist in der Regel räumlich und zeitlich begrenzt."

Trotz Einbußen bleibe die Türkei ein wichtiges Reiseziel der Deutschen - vom Frühjahr bis Herbst 2016 flogen 4,8 Millionen Passagiere von deutschen Airports in das Mittelmeerland. Das sei zwar ein Minus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewesen, aber immer noch etwa die Hälfte der Passagiere nach Spanien und das Doppelte der Passagiere nach Griechenland, sagte Lohmann.

Spanien wurde noch beliebter - die Zahl der Passagiere in das iberische Land stieg um 10 Prozent auf rund 9,8 Millionen. Das kräftigste Plus unter den Reisezielen der Deutschen verzeichnete der Studie zufolge die Karibik mit 29 Prozent mehr Passagieren in Maschinen ab einem deutschen Airport. Allerdings ist die Gesamtzahl von knapp 300 000 Fluggästen relativ gering.

Auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vermeldete am Freitag positive Zahlen: Im Dezember stiegen die Buchungen für Reisen in der aktuellen Wintersaison im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11 Prozent an, Buchungen von Reisen in der Sommersaison gingen 13 Prozent hoch.

Nach ihrem Pressetag am Freitag öffnet die Tourismusmesse CMT am Samstag ihre Tore für das Publikum, 220 000 Besucher werden bis zum 22. Januar erwartet. Hinter der Berliner Fachmesse ITB gilt die CMT als wichtigster Treff der Tourismusbranche in Deutschland.

dpa

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