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Olaf Sperling (FDP): Verstaatlichung ist Problem für Gesellschaft

Peiner Landtagskandidaten Olaf Sperling (FDP): Verstaatlichung ist Problem für Gesellschaft

Peine. Die Hauptmotivation für Olaf Sperling als Landtagskandidat für die FDP ins Rennen zu gehen, ist nicht unbedingt das Mandat. Seine Chancen dafür - das sagt er selbst - seien auch eher gering. Sperlings Antrieb ist es vielmehr, Werbung für seine Partei zu machen. Denn hinter den politischen Zielen der FDP steht er mit Überzeugung. Beispiel: die zunehmende Übernahme von individueller Verantwortung durch staatliche Institutionen.

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Olaf Sperling

Quelle: mic

„Ich hege eine große Skepsis gegenüber dem Glauben, dass der Staat für alles und jeden verantwortlich sein soll und ich befürchte, dass sich der Staat dies zum Teil auch zu eigen machen will“, sagt Sperling. Er hält es für problematisch, „dass Politiker zunehmend in Bereichen Entscheidungen treffen, wo dringend Fachleute benötigt würden“. Als Beispiel nennt er den Bankensektor in der Wirtschaftskrise: „Man muss doch nur mal schauen, welche Banken es damals am härtesten getroffen hat. Es waren unter anderem Landesbanken, in deren Aufsichtsräten Politiker sitzen.“ Ein ganz aktuelles Beispiel dafür sei auch der neue Berliner Flughafen, dessen Eröffnung bekanntlich schon mehrfach verschoben wurde und Millionen gekostet hat. Beim Hauptstadt-Flughafen seien Fachleute regelrecht von Politikern aus den Aufsichtsgremien herausgedrängt worden.

Die Verstaatlichung sei aber auch für den Otto-Normalbürger ein Problem: „Denn der Staat suggeriert immer wieder und intensiver, dass er Verantwortung für den Einzelnen übernimmt. Und das führt dazu, dass die Menschen Verantwortung von sich selbst wegschieben und sich zurückziehen. Trotzdem ist das Resultat, dass die Bevölkerung immer mehr von Angst gesteuert wird.“

Amerikanische Verhältnisse möchte Sperling in Deutschland zwar nicht - und dennoch imponiert ihm zumindest die Grundeinstellung der meisten US-Bürger. „Ein Amerikaner fragt grundsätzlich, wo die Chance ist, während ein Deutscher grundsätzlich erst das Risiko abklopft.“

Sperling findet es wichtig, jeden Menschen dazu zu animieren, „seinen Grips selbst einzuschalten“. „Der Glaube, dass Regulierung etwas verbessert, ist in den meisten Fällen absurd. Mir fällt da spontan die in Frankreich eingeführte Reichensteuer ein. Das Ergebnis ist, dass Reiche wie zum Beispiel der Schauspieler Gerard Dépardieu ihren Wohnsitz ins Ausland verlagern.“

Indem die FDP der Verstaatlichung entgegenwirke, wolle man den Staat wieder stark machen. Für die Sicherung der Lebensgrundlage, so Sperling, müsse der Staat aber nach wie vor einstehen. Das stehe außer Zweifel. Sperling: „So gesehen sind wir als FDP - wenn man hier nochmal einen Amerika-Vergleich anstellt - ganz klar eher Obama als Romney.“

Auf landespolitischer Ebene hält Sperling derzeit Bildung für eines der wichtigsten Themen. „Fest steht, das der Bildungserfolg heute im Wesentlichen von der sozialen Herkunft abhängt. Wir sollten die Grundlagen dafür schaffen, dass dem nicht mehr so ist, und aufhören, über immer neue Schulmodelle wie die Integrierte Gesamtschule zu reden.“ Durch die sukzessive Abschaffung von Haupt- und Realschulen werde den Menschen nur etwas vorgegaukelt, doch die schulischen Ergebnisse seien nicht unbedingt besser. Entscheidend sei, bereits bei der frühkindlichen Bildung anzusetzen, Sprachkompetenzen rechtzeitig zu fördern, damit alle Kinder dem Unterricht folgen können. Sperling: Wir sollten lieber Geld in Personal, Sozialarbeiter und pädagogische Fachkräfte stecken, als immer neue Schulsysteme zu entwickeln. Weitere Themen auf Landesebene sei der ab 2016 angepeilte Abbau der Staatsverschuldung sowie der Ausbau der Infrastruktur für die Stromversorgung. Auf kommunaler Ebene, insbesondere was das Thema Gemeindefusionen angeht, würde sich Sperling wünschen, dass gerade Kommunen wie Ilsede und Lahstedt mit gemeinsamer Vergangenheit eine Vorreiterrolle spielten. Dass die beiden Gemeinden die Fusion nicht wollen - obwohl der finanzielle Spielraum mittlerweile gering sei - kann er nicht nachvollziehen.

Neben dem Beruf als selbständiger Versicherungsmakler und der Politik treffen sich Sperling und seine Frau gern mit Freunden. Außerdem geht er gern bowlen, Billard oder Doppelkopf spielen und ist leidenschaftlicher Heimwerker.

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