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"In Wendeburg soll niemand Hildesheimer werden"

Franz Einhaus zur Fusion "In Wendeburg soll niemand Hildesheimer werden"

Einen schweren Stand hatte Landrat Franz Einhaus (SPD) am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung im Gasthaus „Wendezeller Stuben“ in Wendeburg, zu der etwa 140 Bürger gekommen waren, um sich über die Fusionsverhandlungen der Landkreise Peine und Hildesheim zu informieren.

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Wendeburg. Dass es nicht einfach für den Landrat werden würde, zeigte sich schon in der Rede des Wendeburger Pastors Frank Wesemann, dessen Worte „Wenn man vom Volk nichts hören möchte, muss man sich auch nicht vom Volk wählen lassen“ mit lautem Applaus quittiert wurden. Synergieeffekte bedeuteten immer auch Stelleneinsparungen. Zudem warf Wesemann die Fragen auf, was das Fusionsszenario etwa für Kitas, Steuern und Abgaben bedeuten würde.

Dass er nicht auf alle Fragen eine Antwort geben könne, machte Einhaus gleich zu Beginn deutlich: „Wir stehen ganz am Anfang der Verhandlungen.“ Einhaus holte weit aus, beschrieb zunächst die Probleme des Landkreises Peine, dessen geringe Größe, die Lage zwischen den beiden wachstumsstarken Oberzentren Hannover und Braunschweig, die sinkenden Einwohnerzahlen und die finanziellen Schwierigkeiten, aber auch mögliche Vorteile einer Fusion (mehr Bürgernähe durch Verlagerung der Einrichtungen in die Gemeinden) und den Verhandlungsstand.

Bislang gebe es nur einen Partner, der zu den mit den Bürgermeistern abgestimmten Konditionen Fusionsverhandlungen zugestimmt habe: Hildesheim.

„Wann kommen wir vom Monolog zum Dialog?“, zeigten sich die Zuhörer angesichts dieses Vortrages ungeduldig und konfrontierten den Landrat anschließend mit ihren Zweifeln: „Zwei Schwache ergeben keinen Starken“ war zu hören und „Ich bezweifle, dass die Bürgernähe steigt – schon angesichts der demografischen Entwicklung“. „Warum sperren Sie sich gegen eine Bürgerbefragung?“ wurde Einhaus gefragt. Er halte Informationsveranstaltungen für sinnvoller: „Bürgerbeteiligung ja, aber eine schriftliche Befragung nein“, so der Landrat.

CDU-Kreistagsmitglied Heiko Jacke legte dar, dass bei einer Fusion nur noch ein Drittel der Peiner Kreistagsabgeordneten im neuen Kreistag sitzen würden, aus Wendeburg sei es nur noch einer. „Wie können wir die Interessen des Landkreises angesichts weniger Kreistagsmitglieder vertreten?“, wollte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Rosemarie Waldeck, wissen. Zum einen hätten die Kreistagsmitglieder das Wohl der ganzen Region zu berücksichtigen, so Einhaus, zum anderen sei es richtig, dass Einfluss verloren gehe. „Aber es gibt keine Alternativen.“

Bürgermeister Gerd Albrecht (CDU) wies auf ein anderes Problem hin: „Kann es nicht sein, dass wir irgendwann vom Land geopfert werden? Das es heißt: Wendeburg, Vechelde und Lengede nach Braunschweig?“ Dieses Risiko gebe es, gab der Landrat zu, er stehe diesbezüglich aber in Gesprächen auf Landesebene. Auch der Frage, ob der Neubau des Kreishauses bei einer Fusion gerechtfertigt sei, musste sich Einhaus stellen. Die Synergien durch eine Fusion würden nicht ausreichen: „Wir haben 32 Container sowie angemietete Räume, in denen Kollegen arbeiten.“ Dies sei teuer und darüber hinaus energetisch katastrophal. Der Neubau mache aus finanzieller Sicht Sinn.

Einhaus machte deutlich: „Hier soll keiner Hildesheimer werden, sie sollen Wendeburger bleiben.“ Es sei durchaus möglich, dass am Ende sogar alles beim Alten bleibe.

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