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„Peiner Perle“ hat eine bewegte Historie

Die Korporationen „Peiner Perle“ hat eine bewegte Historie

In ihrer Serie wirft die PAZ einen Blick auf die Geschichte der Korporationen. Diesmal geht es um das Bürger-Jäger-Corps.

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Peine. Nicht nur beim Peiner Freischießen ist das Bürger-Jäger-Heim an der Beethovenstraße heute ein Anlaufpunkt für die Peiner und ihre Gäste. Die Geschichte begann 1873, als die Bürger-Jäger beschlossen, am sogenannten „Nachtanger“ einen Saal zu bauen.

Hauptmann Charles de Berger stellte den Antrag an den Magistrat der Stadt. Obwohl die Lage des Grundstücks nicht günstig war, begannen die Bürger-Jäger noch in jenem Jahr mit dem Bau. Dem Verlauf der heutigen Straße floss ein nicht gerader wasserklarer Graben und das Wort „Nachtanger“ spricht für sich.

1895 kam es zu einem einschneidenden Ereignis. Während die Jakobikirche abgebrochen und neu aufgebaut wurde, feierten die Christen in Peine ihre Gottesdienste im Bürger-Jäger-Heim. Daraus resultiert noch heute eine tiefe Verbundenheit zwischen der Korporation und den Kirchen in Peine.

Als 1900 die Kreissparkasse an der damaligen Kaiserstraße gebaut wurde, befestigte die Stadt auch die Straße. Die Bürger-Jäger konnten fortan in Mannschaftsstärke vor ihrem „Zelt“ antreten, ohne nasse Füße zu bekommen.

Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde Peine Garnisonsstadt und Stützpunkt für das 74. Kaiserliche Ersatzbataillon. Das Bürger-Jäger-Heim wurde seit 1914 militärisch genutzt und war gegen Kriegsende 1918 in desolatem Zustand. Eine umfangreiche Renovierung stand ab 1919 an.

Eine neue Außenfassade gönnten sich die Bürger-Jäger nach dem Ende der Inflationszeit 1924. In der Nazizeit war der Saal von 1938 bis 1945 zur Unterbringung von fremden Arbeitskräften an die Ilseder Hütte verpachtet. Später kam eine Volksküche dort unter, aus der die hungernde Bevölkerung in Peine versorgt worden ist. Schließlich wurde der Saal zur Auffangstation für Flüchtlinge und Vertriebene.

Nachdem die Bürger-Jäger ihr Heim von der Stadt wieder freigekauft hatten, stellten die Korporierten den Peinern 1954 einen Neubau vor. Darin war auch ein Hotel untergebracht. Der damalige Pächter organisierte viele Veranstaltungen. So gab es dort Boxen, Catchen, Ausstellungen mit schweren Geräten, Krammärkte oder Parteitage.

1980 erhielt der Saal einen neuen Parkettboden, im Jahr 2000 wurde die Giebelwand zur Gaststätte neu gestaltet. Ein Jahr später richteten die Bürger-Jäger das Kollegiumszimmer und das Jägerzimmer im altdeutschen Stil her. 2007 gönnten sie sich eine neue Theke. Nach dem Ende des Renovierungsmarathons 2009 nannte Bürgermeister Michael Kessler den Saal gar die „Neue Perle Peines“

Thorsten Pifan

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