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Märchenstunde beim Empfang des Landkreises

Kreis Peine Märchenstunde beim Empfang des Landkreises

Er kann es nicht lassen: Bürgermeister Michael Kessler hatte bereits im vergangenen Jahr mit einem Märchen beim Empfang des Landkreises für die Freischießen-Korporationen für viel Wirbel gesorgt. Auch diesmal bestach er mit seiner Dichtkunst. Vorlage war „Der Wolf und die sieben Geislein“. Ganz klar, dass Landrat Franz Einhaus dabei die Rolle des bösen Wolfes übernehmen musste.

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Peine. „Der Wolf hat sogar schon zwei Geislein im Südkreis gefressen“, sagte Kessler schmunzelnd und meinte damit den nicht genehmigten Haushalt der Gemeinden Ilsede und Lahstedt. Sich selbst, also die Stadt, nahm Kessler dabei ganz bewusst aus. Denn die Stadt wäre die achte Kommune im Landkreis. Erst zum Schluss kommen alle Geislein wieder aus dem Magen des Wolfes heraus.

Der Bürgermeister fragte sich, ob das vielleicht nun im richtigen Leben die Situation nach der Fusion – aller Gemeinden – ist. Da Kessler die Geschichte am Ende doch nicht so richtig gefiel, sagte er: „Da es im vergangenen Jahr so viel Ärger mit dem Gedicht gegeben hat, will ich es aber lieber mit dem Märchen lassen – und mich nur beim bösen Wolf für Speis und Trank bedanken.“ Zuvor hatte sich schon Landrat Franz Einhaus von seiner humorvollen Seite gezeigt: Er bekundete seine Freude über den Betrieb der Gaststätte am Eixer See mit der Strandbar „Strandlust Eixe“. Einhaus hofft, dass die Gastronomie zu einem Erfolg wird, auch wenn am Ende die Gefahr besteht, dass die Stadt Kurtaxe für das Baden dort verlange.

Zudem hatte ein Mitarbeiter des Landkreises in den Archiven der Kreisverwaltung Notgeld der Stadt Peine gefunden. Dabei handelt es sich um fünf Mark, datiert auf den 15. November 1918. Einhaus sagte: „Ich hatte schon gehofft, dass wir damit einen Teil unserer Schuldenlast loswerden.“ Aber leider hat der Schein bereits am 1. Februar 1919 seine Gültigkeit verloren.

Kessler konterte geschickt: Er bot an, das Notgeld wieder für gültig erklären zu lassen. Und er setzte noch einen drauf. Er könne sich sogar vorstellen, noch ein paar Nullen an die fünf dranzuhängen. Das allerdings nur, wenn der Landkreis im Gegenzug auf die Kreisumlage aus der Stadtkasse verzichtet.

Thorsten Pifan

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