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Junggesellen sind stolz auf „Heilige Hallen“

Die Korporationen Junggesellen sind stolz auf „Heilige Hallen“

In einer Serie wirft die PAZ einen Blick auf die Geschichte der Korporationen. Heute geht es um das Corps der Bürgersöhne.

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Peine. Ein alter Fachwerkbau, stolz und erhaben, so steht das Zelt der Junggesellen auf dem Peiner Schützenplatz als Überbleibsel aus alter Zeit. Der Zahn der Zeit ist an dem Gebäude nicht spurlos vorübergegangen. Mehrere Umbauten und Erweiterungen waren erforderlich, um es im heutigen Glanz erstrahlen zu lassen. Die Junggesellen nennen ihr Zelt übrigens ehrfürchtig „Heilige Hallen“.

Deren Geschichte begann 1850. Damals beantragte der Deputierte Karl Langner und der Schaffer F. Hildebrand beim städtischen Magistrat den Bau eines stehenden Zeltes. Vorbild war das „Zelt“ der Schützen, die Ausführung für die Junggesellen sollte aber einfacher und billiger sein. Nach der Fertigstellung war es mit 13 Mal 20 Meter der größte Saal vor den Toren der Stadt. Und schon 1865 wurde er zu eng! Eine Verlängerung wurde beantragt und das Zelt diente fortan auch als Theater und Tanz-Zelt.

Am 29. August 1872 wurden nach erfolgter Genehmigung eine Küche angebaut und die Empore zur Verlängerung hinzugefügt. Als die Junggesellen einen weiteren Anbau beantragten, behielt sich der Rat mit der Genehmigung vor, den Saal künftig unentgeltlich nutzen zu dürfen.

Ein schwerer Schlag folgte 1890. Damals sollten die „Heiligen Hallen“ abgerissen werden. Doch die Junggesellen spuckten in die Hände und renovierten das Gebäude umfangreich.

1913 wurde zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig, an der Westseite des Zeltes, ein Gedenkstein aufgestellt und mit großem Fackelzug aller Korporationen und Jugendverbände eingeweiht. Erst 1978 wurde der Stein umgesetzt, als das Clubzimmer und die sanitären Anlagen angebaut wurden.

Eine neue Fassade verpassten die Junggesellen dem Zelt 1982. Dabei wurde der Torbalken der Scheuneneinfahrt des Hofes Giere in Eixe zur Gestaltung der östlichen Gebäudefront als Scheintor verwendet. 1997 erhielt das Junggesellenzelt von der Privatbrauerei Härke eine neue Theke.

Herbe Rückschläge erlitten die Junggesellen mit ihren „Heiligen Hallen“ in den vergangenen beiden Jahren. 2010 war zunächst das Dach beschädigt und musste kostspielig repariert werden. Beim kleinen Königsball 2011 standen die Damentoiletten plötzlich teilweise unter Wasser. In der Folge wurde klar: Sämtliche Abwasserleitungen mussten erneuert werden.

Die Junggesellen folgten ihrem alten Wahlspruch: „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“. Bei Arbeitseinsätzen wurden viele Reparaturen in Eigenleistungen erledigt.

Thorsten Pifan

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