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Schulpsychologe: Fragen ernst nehmen - und keine Spekulationen

Familiendrama Schulpsychologe: Fragen ernst nehmen - und keine Spekulationen

Nach dem grausamen Tod von vier Geschwistern kümmern sich Psychologen um die geschockten Mitschüler. Welche Fragen Kinder nach solchen Fällen haben und wie Psychologen versuchen, ihnen zu helfen, erläutert Schulpsychologe Bernd Deseniß im Interview.

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Gebäude der Grund- und Hauptschule in Groß Ilsede: Nach dem Tod der vier Geschwister haben die Mitschüler der Kinder am Montag mit Notfallpsychologen über das Geschehen geredet.

Quelle: dpa

Welche Fragen haben Kinder nach solchen Fällen? Haben sie Angst?

Deseniß: "Das ist sehr unterschiedlich. Es wird höchstwahrscheinlich Kinder geben, die nach dem "Warum" fragen werden: Warum tut ein Vater seinen Kindern so etwas an? Ein zweiter Fragenkomplex wird sein: Kann mein Vater das mit mir auch tun? Bin auch ich gefährdet? Und der dritte Aspekt ist: Wie kann ich die belastenden Vorstellungen, die Gedanken, die ich habe, die inneren Bilder verarbeiten? Es ist ja kein Schüler dabei gewesen, es gibt keine Augenzeugen. Aber der Mensch hat viel Fantasie und kann viele Bilder selbst erzeugen."

Wie reagiert man als Psychologe auf solche Fragen, was hilft den Kindern am besten?

Deseniß: "Man muss diese Fragen so ernst und ehrlich wie es geht beantworten. Das heißt: Keine Spekulationen, sondern sagen: "Ich weiß nicht, warum dieser Vater das getan hat." Man kann sagen, dass Menschen so etwas anderen Menschen manchmal antun, dass Menschen in Ausnahmesituationen kommen und dass manche dann die Kontrolle über sich verlieren und Dinge tun, die sie eigentlich gar nicht wollen. Man muss auch fragen: Wie hast du es erlebt, wann hast du es gehört, wie geht es dir jetzt, mit wem möchtest du darüber reden, hast du jemanden zum Reden? Man muss herausfinden, wie die einzelnen Schüler Stress und Probleme bewältigen und diese Mechanismen aktivieren oder ihnen Ideen geben, wie sie damit umgehen können."

Die Psychologen können nur eine begrenzte Zeit für die Kinder da sein. Worauf müssen Eltern und Freunde in der kommenden Zeit achten?

Deseniß: "Die Kollegen in Ilsede werden wohl einige Tage zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt wird darauf liegen, zu fragen: Was kannst du als Kind für dich selber tun? Es wird aber auch einen Elternbrief geben, in dem erklärt wird, was Eltern tun können und möglicherweise wird es einen Elternabend geben. Wir empfehlen, Raum zu geben für die Verarbeitungsprozesse. Manche Kinder stellen Fragen mehrmals und brauchen mehrmals eine Antwort. Man muss sie aber auch auffordern, allmählich wieder am Alltagsleben teilzunehmen, so dass der normale Realitätsfaden wieder gesponnen wird. Dabei darf man aber keinen Druck ausüben."

Interview: Alexandra Stahl, dpa

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