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550 Menschen nehmen Abschied von getöteten Kindern

Familiendrama in Ilsede 550 Menschen nehmen Abschied von getöteten Kindern

Groß Ilsede. Wiederum sind die Ilseder eng zusammengerückt: Dieses Mal beim Trauergottesdienst in der katholischen St. Bernward-Kirche am Sonnabend, um in einem ökumenischen Gottesdienst der am Donnerstag vor einer Woche getöteten vier Kinder zu gedenken.

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Die St.-Bernward-Kirche in Groß Ilsede: Vor dem Altar waren die Porträtfotos der vier getöteten Geschwister Pia, Noah, Lean und Lio aufgestellt.

Dass dies den Ilsedern ein dringendes Anliegen war, beweist die große Beteiligung: Etwa 550 Menschen quer durch alle Generationen haben sich am Sonnabend – wie zuvor von der Familie gewünscht nicht in Trauerkleidung – eingefunden.

Viele legen vor Beginn der Trauerfeier Blumen vor dem Altar nieder, vor dem vier überdimensionale Porträts der Kinder aufgestellt sind. Davor immer wieder stille Umarmungen, Menschen tupfen sich die Augen trocken, nicken sich kaum merklich lächelnd zu: Man kennt sich, man fühlt, dass man zusammengehört, besonders heute wo selbst das vertraute Geläut von St. Bernward verhaltener zu klingen scheint.

Mit einer fast heiteren Melancholie erinnert Pastor Walter Faerber, der mit seinem katholischen Amtsbruder Pfarrer Thomas Mogge dem Gottesdienst vorsteht, an das Geschwister-Quartett: Die hübsche Große mit ihrer Liebe zur Musik und ihre kleinen Brüder, die für Star Wars, Fußball, Lego und Tempo schwärmten.

Und während der Pastor für die Einspielung der jeweiligen Lieblings-Hits der Vier seine Ansprache unterbricht, tastet sich der kleine Arm eines Kindes tröstend um die Schultern seiner Mutter, die still in ihr Taschentuch weint. „Gute Worte sollen gesprochen werden“, fordert Faerber sensibel und einfühlsam auf, „gesegnet und nicht beschuldigt, damit die Ausstrahlung der Tat gestoppt und wieder ein gutes Leben möglich wird.“

Der Mutter der Geschwister gilt Faerbers besondere Aufmerksamkeit. Mit „Liebe Freunde“, spricht er die Trauergemeinde an, bittet sie sehr eindringlich, gemeinsam mit ihm auf den Tag hinzuarbeiten, an dem diese Mutter „einfach nur wieder eine Bürgerin unseres Ortes ist“. Und: „Drückt ihr einfach die Hand ein bisschen länger als sonst.“

uj

  • Dieser Text wurde aktualisiert

Ilseder sind eng zusammengerückt

Mordfall in Groß Ilsede: PAZ-Mitarbeiter Ulrich Jaschek über seine Eindrücke vom Gottesdienst und wie Worte helfen können:

Neun Tage hat der diesjährige Karfreitag in Ilsede gedauert bis es nach dem Trauergottesdienst vom Samstag endlich Abend werden konnte.

Mitten im Ort haben sich 550 Menschen in der Kirche versammelt, sind so eng zusammengerückt, wie es weder ein Schützenfest oder ein noch so spannendes Fußballspiel vermögen. Und der evangelische Pastor Walter Faerber hat seine Chance aus vollem Herzen genutzt, ratlose und erschütterte Menschen durch seine Glaubensüberzeugung zu stützen.

Durch die vier großformatigen ansprechenden Kinder-Porträts und Faerbers unschlagbar einfühlsame und sympathische Beschreibung der Opfer werden in der Erinnerung der Trauernden nun eben diese liebenswerten Eigenschaften als letzter Eindruck haften bleiben – und nicht wie auch immer zusammengereimte Fantasien.

Möge Faerbers emotionaler Geniestreich auch besonders den beteiligten Rettungskräften und Polizeibeamten helfen.

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