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Peer Steinbrück sprach über Peiner Träger: „Es geht darum, den Standort zu erhalten“

Peine Peer Steinbrück sprach über Peiner Träger: „Es geht darum, den Standort zu erhalten“

Peine. Prominenter Besuch aus Berlin: Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat gestern gemeinsam mit dem Peiner Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil die PAZ besucht.

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Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (2.vl.) besuchte die Peiner Allgemeine Zeitung mit dem Peiner Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil (2.v.r.). Steinbrück stellte sich den Fragen von Dirk Borth (r.) und Thomas Kröger (beide PAZ).

Quelle: im

Dabei betonte Steinbrück, dass er seine Partei nach der Bayern-Wahl weiter im Aufschwung sieht. „Zum 13. Mal in Folge ist Schwarz-Gelb bei einer Landtagswahl nicht zum Zuge gekommen, das hat Signal-Charakter für den Bund. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die CSU bei Bundestagswahlen stets schlechter abschneidet als bei Landtagswahlen und umgekehrt die SPD bei Bundestagswahlen in Bayern stets besser abschneidet als bei Landtagswahlen“, so der Spitzenkandidat. Er werde bis zur Wahl am nächsten Sonntag hart kämpfen, um eine Mehrheit für Rot-Grün zu erreichen.

Steinbrück spüre großen Rückhalt in der Bevölkerung - vor allem nach dem Rededuell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im TV. „Die Menschen haben gesehen, dass ich für Klartext stehe und nicht für schwammige Allgemeinplätze wie Frau Merkel.“ Während Merkel versuche, die Wähler „einzulullen“, mache Steinbrück deutlich, „dass es mehr Geld für die Bereiche Bildung, Infrastruktur und die Kommunen geben muss und dass in den Bereichen Rente und Pflege eine neue Politik gefragt ist“.

Wie sieht der Endspurt des Sozialdemokraten aus? „Ich orientiere mich am Langstreckenläufer Jan Fitschen, der mir einen Film geschickt hat. Er war 2006 Europameister im 10 000-Meter-Lauf. In dem Film sieht man, wie Fitschen vor der letzten Runde nur auf dem achten Platz liegt und dann an allen vorbeiläuft und gewinnt.“ Auch zur Krise bei der Stahlfirma Peiner Träger hat Steinbrück eine klare Meinung: „Es geht in erster Linie darum, den Standort in Peine zu erhalten. Unsere funktionierende Industrie ist der Grund dafür, dass Deutschland wirtschaftlich so gut dasteht.“ Falls dennoch an einem Personalabbau kein Weg vorbeiführe, müsse dieser sozialverträglich gestaltet werden. Daneben begrüßt der Kanzlerkandidat den Vorschlag von Hubertus Heil, ein Bundesamt für Kerntechnische Entsorgung in der Fuhsestadt anzusiedeln. „Das Amt passt gut nach Peine und in die Region, zumal sich hier bereits ein Cluster im Bereich atomarer Altlasten gebildet hat“, so Steinbrück.

Und zur großen Aufregung wegen seines „Stinkefinger“-Fotos in der Süddeutschen Zeitung erklärte der Kanzlerkandidat: „Das ist ein satirisches Format. Da geht es darum, Emotionen zu zeigen. Das habe ich getan, und das darf im Wahlkampf auch erlaubt sein.“

rd

  • Das komplette PAZ-Interview mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lesen Sie in der Print-Ausgabe der PAZ vom 17. September.

Peiner zu Steinbrück: „Er soll so bleiben, wie er is t“

Peine. „Er ist größer, als es im Fernsehen aussieht. Er sieht besser aus als im Fernsehen. Er soll so bleiben, wie er ist.“ Die Peiner bereiteten SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gestern einen herzlichen Empfang. Mögliche Steinbrück-Gegner hielten sich höflich im Hintergrund. Groß war der Zuspruch, als der Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Begleitung vom Peiner SPD-Bundestagskandidaten Hubertus Heil und weiteren Sozialdemokraten in der Fußgängerzone rote Rosen verteilte. „Es gibt Rückenwind“, sagte Steinbrück.

Mit dem Jazz der „Street Paraders“ und TV-Teams im Schlepptau ging es von der Schützenstraße zur Jakobikirche. Berührungsängste mit dem Spitzenpolitiker gab es nicht. Wenn ein Gespräch etwas vertraulicher war, dann wies Steinbrück auch schon mal an, dass er kein Mikrofon über dem Kopf wolle, wenn er mit einer Wählerin spreche. Die Themen reichten von Gesundheit über Banken bis hin zum Fracking.

„Ich will, dass Sie gewinnen“, gab Hanna Marzinzik (74) aus Woltorf dem Kandidaten mit auf dem Weg. Irmgard Weddig (61) aus Groß Bülten will ihn auch als Kanzler und fand, er sei sehr nett und sehe besser aus als im Fernsehen. „Ich mag ihn“, sagte Marianne Herrmann (80)aus Peine. „Ich verfolge jede politische Sendung, dafür lasse ich jeden Spielfilm sausen.“ Bea Heuer (59) gestand dem Kandidaten sogar, 1972 für eine Veranstaltung mit Willy Brandt zum einzigen Mal in ihrem Leben die Schule geschwänzt zu haben.

Vor der Jakobikirche appellierte Steinbrück eindringlich, zur Wahl zu gehen. Noch sei nichts entschieden: „Die Wahl wird über Mobilisierung gewonnen.“ Mindestlohn, Betreuungsgeld, gleicher Lohn für gleiche Arbeit: „Mit mir können Sie die Kavallerie satteln“, rief er den Peinern zu. Hubertus Heil sei eine Bank in Berlin. Er wünsche sich, dass er direkt in den Bundestag gewählt werde, „damit er mich anschließend zum Kanzler wählt“.

jti

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