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Zum Schluss fallen die Schnäppchen-Jäger ein

Peiner Traditionsgeschäfte Zum Schluss fallen die Schnäppchen-Jäger ein

Vor dem Schaufenster von Diekmann-Kleidung stehen Autos mit Kennzeichen aus Helmstedt, Braunschweig, Salzgitter, Hannover und sogar Fallingbostel. Drinnen ist die Stimmung hektisch: 80 Prozent Rabatt auf alles am Dienstag, heute gibt es 85 Prozent und Silvester...

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Das Foto links zeigt einen Blick am gestrigen Nachmittag in die Räume der Peiner Firma Diekmann. Das traditionsreiche Bekleidungsgeschäft schließt morgen am 31. Dezember.

Quelle: Jörg Schmidt

Peine. Elisabeth Schrader und ihr Personalleiter Günther Fromme betrachten das Getümmel mit gemischten Gefühlen. Der 65-jährige Fromme, seit 6 Jahren dabei und mehr als 40 Jahre in der Branche, geht mit Grummeln im Bauch in Rente. Kommentare im Internet haben ihn und andere der 15 Diekmann-Mitarbeiter verletzt.

Von Arroganz sei die Rede gewesen oder Begriffe wie „schwuler Lackaffe“ seien verwendet worden. „Viele Kunden haben sich aber auch bedankt für die jahrelange gute Beratung“, ergänzt Fromme im Gespräch mit der PAZ. Der erste Stock und das Untergeschoss sind leer, die Kleiderständer rücken in Richtung Eingang.

Elisabeth Schrader sagt, dass die vergangenen drei Monate sehr anstrengend waren. Sie freut sich, dass alle Mitarbeiter, besonders die beiden Auszubildenden, eine neue Stelle gefunden haben.
Eine Entscheidung über die Folgenutzung gebe es noch immer nicht. Im Gespräch sei immer noch ein Casino, ein Textilhändler oder ein Ärztehaus. „Alles andere sind Gerüchte“, sagt die Geschäftsfrau.

Zum Schluss kommen nur noch Schnäppchen-Jäger und Geschäftemacher, die auf einen Schlag alle Wollhosen kaufen – für einen Superpreis natürlich. Schmerzlich sind die Erfahrungen, die besonders am Sonntag mit Langfingern gemacht wurden. Der Laden war voll, lange Schlangen an den Kassen. Da nutzte der eine oder andere die Gunst der Stunde, probierte einen neuen Anzug an, ließ die alte Kluft in der Kabine und verschwand, ohne zu zahlen.

Helbsing: „Geordneter Rückzug“

„Am Donnerstag um 13 Uhr ist endgültig Schluss“, sagt Claudia Helbsing-Kessler vom Porzellan- und Hausratgeschäft Helbsing. Bis dahin werde alles verkauft sein. Abschläge bis zu 50 Prozent hätten sicherlich dazu beigetragen, dass die Lager und der Laden geräumt sind. Bis Ende Januar werde ohne Geschäftsbetrieb ausgeräumt. So lange seien die zwölf Mitarbeiter auch noch beschäftigt, einige haben Stellen in Aussicht, andere bewerben sich noch.

Nach dem Auszug werde umgebaut, erklärt Helbsing-Kessler, denn im Gegensatz zu Diekmann steht schon lange fest, dass sich der Modemarkt, der bereits in der ersten Etage etabliert ist, auch das Erdgeschoss übernimmt.
Nach Umbau-Arbeiten, die wahrscheinlich im Februar erfolgen, solle zum 1. März oder Mitte März neu eröffnet werden, sagt Helbsing-Kessler. Sie selbst zeigt sich sehr zufrieden mit dem Räumungsverkauf, es habe besonders beim Tafelsilber Schnäppchen gegeben.

„Trotz des traurigen Hintergrundes der Geschäftsschließung ist die Stimmung gut“, betont die Geschäftsfrau, die die Aufgabe des Ladens als einen „geordneten Rückzug“ bezeichnet, der nicht aufgrund eines akuten finanziellen Engpasses passiert sei.

Jörg Schmidt

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