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Zugbrücke der Eulenburg wahrscheinlich mitten im Dreißigjährigen Krieg erbaut

Peine-Telgte Zugbrücke der Eulenburg wahrscheinlich mitten im Dreißigjährigen Krieg erbaut

Telgte . Neue archäologische Erkenntnisse über die Eulenburg und Hannoversche Heerstraße bei Telgte hat der Peiner Archäologe Thomas Budde gewonnen.

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Der gekappte Eichenständer von der Eulenburg direkt nach der Bergung.

Quelle: oh

Im vergangenen Jahr wurden baubegleitende archäologische Untersuchungen bei der Verlegung der neuen Abwasserdruckrohrleitung der Stadtentwässerung unter der Vöhrumer Straße bis zum Klärwerk Telgte vorgenommen. Älteste Entdeckungen waren ein freigelegtes Teilstück der Hannoverschen Heerstraße und ein mächtiger Eichenständer. Budde: „Der Ständer ist einer früheren Brücke, wahrscheinlicher noch einer Zugbrücke zuzuweisen, die zur Eulenburg, dem Brückenkopf der Peiner Burg, gehört hat.“

Jetzt konnte Barbara Leuschner vom Delag-Labor in Göttigen das Fälldatum 1634 ermitteln, berichtet Budde. „Die Brücke beziehungsweise Zugbrücke des Brückenkopfes Eulenburg muss demnach mitten im Dreißigjährigen Krieg erbaut worden sein - einer Zeit, über die wir in Peine relativ gut durch Schriftquellen unterrichtet sind.“ Dort ist zu erfahren, dass die hildesheimische Regierung - Peine gehörte damals zum Stift Hildesheim - ab 1624 aufgrund der zunehmenden Kriegsgefahr die lange vernachlässigten Befestigungsanlagen erneuern und verstärken ließ. Nachdem dennoch die Dänen Peine einnahmen, eroberten es die kaiserlichen Truppen der katholischen Liga unter Graf Tilly im August 1624 zurück, und die Arbeiten an den Befestigungsanlagen wurden fortgesetzt. Es spreche viel dafür, dass die Zugbrücke der Eulenburg in diesem Zusammenhang erbaut worden ist.

Das nächste wichtige Ereignis war die Eroberung Peines durch die Schweden im Februar 1632. Um dies zu verhindern, hatten die Kaiserlichen zuvor sämtliche Brücken der Stadt zerstören lassen. „Hier lässt sich hervorragend ein Bezug zu dem Brückenständer von der Eulenburg herstellen, denn dessen Kopf war nicht nur gekappt, sondern auch tief verkohlt, was auf eine bewusste Zerstörung der Brücke hindeutet“, erläutert Budde.

Schon im Oktober 1632 eroberten die Kaiserlichen Peine von den Schweden zurück. Ein dreiviertel Jahr später, im Juli 1633, wurden Stadt und Schloss Peine dann von den protestantischen Welfen unter Generalmajor von Uslar eingenommen. In Folge nahm der Welfenherzog Friedrich Ulrich von Braunschweig die erstmalige vollständige Einnahme Peines zum Anlass, die Stadtbefestigung vollständig schleifen zu lassen. 1636 ordneten die braunschweigisch-lüneburgischen Kriegskommissäre jedoch nochmals eine Wiederherstellung der Befestigungen an. Doch konnten sie nicht verhindern, dass die schwach befestigte Stadt 1641 noch einmal von den Kaiserlichen eingenommen wurde.

„In dieses insgesamt 17 Jahre währende Wechselspiel der Ereignisse sind Bau und Zerstörung der dendrochronologisch auf etwa 1634 datierten Eulenburgbrücke einzuordnen, wobei eine Erbauung im Zeitraum 1624 bis 1626 durch die hildesheimische Regierung beziehungsweise die Kaiserlichen und eine absichtliche Zerstörung durch selbige vor der erfolgreichen Belagerung durch die Schweden im Februar 1632 als wahrscheinlichste Deutungsvariante gelten kann“, erklärt Budde.

„Abschließend stellt sich die Frage, ob die Brücke 1634 überhaupt erstmals erbaut worden ist oder schon vorher etwas vorhanden gewesen ist.“ Der archäologische Befund in dem zwei Meter breiten Leitungsgraben lasse zumindest keinen Vorgänger erkennen. „Sind Brückenkopf, Hannoversche Heerstraße und somit auch das vermeintlich mittelalterliche Peiner Schlosstor somit erst viel später entstanden als bisher vermutet worden ist?“ Denkbar wäre dies theoretisch, ohne weitere Untersuchungen sei die Frage aber nicht zu beantworten.

jti

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