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„Zehn Millionen Euro für City-Center“

Stadt Peine „Zehn Millionen Euro für City-Center“

„Hallo, ist da noch jemand?“: Dieses Plakat im Eingang des ehemaligen Hertie-Kaufhauses an der Lindenstraße macht deutlich, was das Problem des Peiner City-Centers ist. Es blutet aus und wird zur Betonwüste. Abschreckend wirkt vor allem der Kaufpreis für den Komplex, von zehn Millionen Euro wird gesprochen.

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Die Abschieds-Plakate von Hertie blättern bereits ab: Das City-Center wird langsam zur hässlichen Betonwüste mitten in Peine.

Quelle: cb

Peine . „Da brauchen wir nicht weiter gehen. Da ist nichts mehr“. Eine Mutter geht mit ihren Kindern durch die Peiner Fußgängerzone und schaut kopfschüttelnd in die Lindenstraße. Hinten sieht man das geschlossene Hertie-Kaufhaus und einige kleine Läden in der vorgelagerten Geschäftszeile. Nur wenige Kunden sind dort unterwegs. Zumindest diese Läden im sogenannten City-Center sind noch besetzt, doch im rückwärtigen Gebiet stehen bereits viele Geschäfte leer (siehe Hintergrund).

Was passiert mit dem leer stehenden Ex-Hertie-Gebäude, mit dem Parkhaus und der Geschäftszeile? Das Grundproblem ist, dass die unterschiedlichen Besitzer des Komplexes mit 12000 Quadratmetern scheinbar kein großes Interesse an einer Weitervermietung haben und den Leerstand hinnehmen.

Eigentümer des ehemaligen Hertie-Gebäudes ist der insolvente britische Immobilienfonds Dawnay Day. Das Parkhaus, das weiter geöffnet ist, ist im Besitz einer unbekannten Gesellschaft. Und die vorgelagerte Geschäftszeile gehört zu 50 Prozent Dawnay Day, zu 40 Prozent einem amerikanischen Rentenfonds und mit 10 Prozent sind kleinere Peiner Miteigentümer beteiligt.

Laut gut unterrichteter Kreise waren bereits einige Investoren in der Fuhsestadt, um sich den Gebäudekomplex an der Lindenstraße anzusehen. Ein PAZ-Informant sagt: „Doch die wurden alle durch den hohen Kaufpreis abgeschreckt, der bei zehn Millionen Euro liegen soll. Und natürlich sind die Gebäude aus dem Jahr 1974 nicht in einem Top-Zustand, und es müsste kräftig investiert werden.“ Daher seien alle möglichen Interessenten schnell wieder abgesprungen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das neue Einzelhandelskonzept, das die Stadt Peine entwickelt. Dort wird eine Knochenstruktur vorgeschlagen, die als Innenstadt-Einkaufsfläche den Marktplatz und das Areal rund um die City-Galerie vorsieht, wobei beide Einkaufs-Schwerpunkte durch die Fußgängerzone verbunden werden. Setzt sich dieses Modell durch, fällt das City-Center mit dem ehemaligen Hertie-Gebäude aus der Peiner Gesamt-Einkaufsfläche heraus.

Ein Experte, der anonym bleiben möchte, betont: „Das würde bedeuten, dass man die Läden im City-Center zukünftig nicht mehr benötigt. Peine konzentriert sich dann auf die Punkte Marktplatz, City-Galerie und Fußgängerzone und deckt dort alle Geschäfts-Branchen ab. Man könnte dann das City-Center abreißen und etwas ganz Neues entstehen lassen – etwa einen Erlebnispark oder Wohnungen.“ Auch die Peiner Kaufmannsgilde hat bereits angedeutet, dass man auf die bisherige Geschäftsfläche des City-Centers verzichten könne.

Der Immobilien-Verwalter des Komplexes war von der PAZ telefonisch nicht zu erreichen.

Thomas Kröger

Hintergrund : Reaktion der Geschäftsleute

„Wir sind weggezogen“-Aufkleber an leeren Schaufenstern, verlassene Geschäfte, dunkle Ecken: Unzufrieden sind die verbliebenen Ladenbesitzer über die Situation im Peiner City-Center.

Uwe Elsner vom Haarpflege-Shop sagt der PAZ: „Wir wollen so schnell wie möglich umziehen, denn die Lage ist katastrophal, und wir verzeichnen einen Umsatzverlust in Höhe von 25 Prozent.“ Der Vermieter habe zwar eine Mietsenkung angeboten, doch Elsner hat schon mit anderen Anbietern in Peine Verhandlungen aufgenommen. „So wie es jetzt aussieht, werden wir nach dem Auslaufen des Vertrages Mitte 2010 mit dem Haar-Shop ausziehen und an einem besseren Standort wieder öffnen“, betont der Bereichsleiter.

Stephan-Thomas Klose von der Drogerie-Kette Rossmann erklärt: „Wir erkennen an der Lindenstraße die negative Entwicklung, haben aber noch einen Mietvertrag bis Ende 2011. Solange werden wir dort noch bleiben. Wir hoffen, dass die Stadt Peine etwas unternimmt, damit dieses Einkaufsgebiet wieder attraktiver wird.“ Rossmann ist seit dem Jahr 2000 im City-Center und beschäftigt in der Filiale zehn Mitarbeiter.

Die Laufkundschaft, die bisher zu Hertie wollte, fehlt Frank Menzel vom Imbiss Currywurst & Co. Er will jetzt mit den Vermietern verhandeln, „um die Miete deutlich zu senken“. Menzel kritisiert auch, dass sich viele Peiner Einkaufs-Aktionen nur auf die Fußgängerzone beschränken und „wir Geschäftsleute in den anliegenden Seitenstraßen vergessen werden“.
Der Imbiss-Besitzer würde sich wünschen, dass man von der neuen City-Galerie ausgehend eine Überdachung baut, „die auch unsere Geschäfte im City-Center mit anbindet“.

Im Gegensatz zu ihren Nachbarn ist die Besitzerin des Spielcenters – die namentlich nicht genannt werden möchte – ganz zufrieden mit der Situation. „Wir haben einen langfristigen Mietvertrag und werden hier bleiben“, betont sie gegenüber der PAZ.

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