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Würdige Trauerfeier für Dr. Willy Boß

Peine Würdige Trauerfeier für Dr. Willy Boß

Peine. Mit einer würdigen Trauerfeier im großen Sitzungssaal des Rathauses nahm die Stadt Peine gestern Abschied von ihrem Ehrenbürger Dr. Willy Boß.

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Großer Sitzungssaal des Peiner Rathauses: Die Stadt Peine nahm gestern Abschied von Dr. Willy Boß.

Quelle: mic

Der einstige Stadtdirektor, der die moderne Stadt an der Fuhse geprägt hatte wie kein anderer, war am 7. Juli nach schwerer Krankheit gestorben. Bürgermeister Michael Kessler, Ehrenringträger Rudolf Kühn und der Vorsitzende der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung, Christian Axmann, hoben in ihren Reden die Lebensleistung des Verstorbenen hervor - und gingen natürlich auch auf den Menschen Willy Boß ein. Christiane Rosenberger umrahmte die Trauerfeier mit ihrem Harfenspiel.

Bürgermeister Michael Kessler würdigte die großen Verdienste des Volljuristen. „Er kam bereits 1972 als relativ junger Mann mit 41 Jahren in die verantwortungsvolle Position des Stadtdirektors und behielt diese inne bis 1996. Außergewöhnliche 24 Jahre lang“, erklärte Kessler. Der Bürgermeister skizzierte wichtige Stationen und Leistungen von Dr. Willy Boß. Dazu zählten die Bewältigung der Stahlkrise und wichtige Ansiedlungen wie Rausch, Matsushita und C&A. Willy Boß habe die Zeit nach der Stahlkrise weitsichtig genutzt, viele Fördergelder einzuwerben - „spektakulär geradezu bei der Errichtung der Unternehmerparks, die ihn nach Brüssel trieb, um an europäische Fördertöpfe zu kommen - ein damals sensationeller Denkansatz“, so Kessler.

Der Bürgermeister hob Boß als einen Mann hervor, der auch die anderen Probleme der Stadt klar im Blick gehabt habe. Kessler: „Die Eingemeindung der 14 Ortschaften Anfang der Siebziger Jahre war ein Kraftakt sondergleichen, da alle Ortschaften versuchten, das Beste für sich herauszuholen. Aber er behielt die Fäden in der Hand und fügte souverän zusammen, was ursprünglich nicht zusammengehörte.“ Die Schaffung einer der ersten Fußgängerzonen in Niedersachsen, die Herausforderungen der Wiedervereinigung, die Peine mit Aschersleben zusammenführte - Kessler zählte viele Meilensteine auf, die Boß setzte. Er sagte abschließend: „Wir behalten Dr. Willy Boß in Erinnerung als einen Vordenker, einen Gestalter, einen Macher, der aus der grauen Stahlstadt ein lebens- und liebenswertes Städtchen formte. Auch wenn er hier nicht geboren ist, zögere ich nicht zu sagen: Ein großer Sohn dieser Stadt hat uns verlassen.“

Ehrenringträger Rudolf Kühn sprach als Zeitgenosse und politischer Wegbegleiter. Kühn in der CDU, Boß in der SPD - das sei nie ein Problem gewesen. „Wenn der vielzitierte und manchmal überstrapazierte Topos vom ,Respekt über die Parteigrenzen hinaus‘ seine Berechtigung hat, dann im Zusammenhang mit dem Mann, dem dieses Gedenken gewidmet ist“, sagte der Ehrenringträger, der Boß bereits 1964 kennenlernte, als er als frischgebackener Studienassessor seinen Dienst am Ratsgymnasium Peine antrat.

Willy Boß sei zwar überzeugter Sozialdemokrat, aber kein Parteisoldat gewesen - das habe Kühn in den 33 Jahren seiner Ratszugehörigkeit immer wieder festgestellt. „Willy Boß scheute sich nicht, Vorstellungen der SPD-Fraktion und damit seiner Partei nicht zu folgen, wenn er zu der Ansicht gelangt war, dass sie dem Wohl der Stadt nicht dienten. Ideologie und ideologisch begründetes Denken und Handeln waren ihm ein Gräuel“, erinnerte sich der Ehrenringträger. Kühn ging auch ausführlich auf den Privatmann Willy Boß ein: „Ich werde Willy Boß in dankbarer Erinnerung behalten als einen der kultiviertesten und sympathischsten Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind.“

Eine prägende Rolle spielte Dr. Willy Boß nicht zuletzt als Vorsitzender der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung. „Als Geburtshelfer gehörte Willy Boß zu den ,Männern der ersten Stunde‘. Während seines fast 34-jährigen Wirkens im Vorstand hat er stets versucht, die Stiftung mit seiner ganzen inneren Überzeugung zu lenken und die Betreuung bedürftiger älterer Menschen in Peine aktiv mitzugestalten“, sagte der heutige Voritzende Christian Axmann. Der Bau von 79 Seniorenwohnungen in vier Bauabschnitten und 40 Pflegeplätzen im Gerhard-Lucas-Meyer-Haus zwischen 1980 und 1994 sprächen für sich. Kurzum, so Axmann: „Dr. Willy Boß war ein Glücksfall für die Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung.“ Und er war - da sind sich alle einig - ein Glücksfall für die Stadt Peine.

bor

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