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„Wissen, was jeder Bürger denkt“

Dokumentation „Wissen, was jeder Bürger denkt“

Fotografierende Schlüsselbunde und Büstenhalter – was Spionage-Artikel angeht, war der Fantasie der DDR-Staatssicherheit keine Grenze gesetzt. Jetzt hat der Dungelbecker Heinrich Peyers die Stasi-Zentrale in Berlin besucht – um mit dem Fernsehsender ZDF eine Dokumentation zu drehen.

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Der Nachbau eines Funkgerätes aus dem Zweiten Weltkrieg stand in der Stasi-Zentrale. Das Gerät war ein Geschenk an Mielke.

Quelle: privat

Peine-Dungelbeck. „Man muss wissen, was jeder Bürger denkt – so verstand Erich Mielke seine Aufgabe in der DDR“, sagt Heinrich Peyers. Der Dungelbecker muss es wissen, er ist seit Jahren leidenschaftlicher Sammler von echten Spionage-Artikeln, etwa 11 000 sind in seinem Besitz. Ein großer Fundus stammt aus der Hauptzentrale der Staatssicherheit in Berlin. Jetzt ist der Dungelbecker nach Berlin gereist, um dort mit einem Team des Fernsehsenders ZDF eine Dokumentation über DDR-Spionage zu drehen.

„Die Stasi hat alles getoppt, auch den britischen MI6“, sagt Peyers. Viel habe die ostdeutsche Spionage-Abteilung damals geforscht, sogar Ideen aus James-Bond-Filmen versucht nachzubauen – „man hat später Bond-Filme in der Zentrale gefunden“, sagt Peyers schmunzelnd. In den Akten könne man lesen, dass nicht jede Bond-Idee umsetzbar war. „Ein Kugelschreiber sollte zum Unterwasser-Atemgerät umfunktioniert werden. Doch es kam heraus, dass es physikalisch nicht möglich ist.“

Von diesen und anderen Kuriositäten erzählte Peyers dem ZDF. Zwei Kisten voller Spionagewerkzeug aus seiner Sammlung hatte er zur Erläuterung vor der Kamera nach Berlin mitgebracht. Darunter ein Infrarot-Koffer mit Nachtsichtfunktion und unsichtbarem Infrarot-Blitz – „der durchleuchtet die Trabbi-Plaste“, erklärt Peyers. Aber auch der gängige Verkleidungskoffer mit Bart und falschen Zähnen sowie unzählige getarnte Fotoapparate – etwa als Schlüsselbund oder sogar im Büstenhalter – zeigte er vor der Kamera.

Für den Sammler war es aber ein ebenso interessantes Erlebnis: „Ich durfte auch mal am Original-Schreibtisch von Mielke sitzen“, sagt er und grinst. Der Stasi-Chef soll ein Pedant gewesen sein. „In dem Gebäude war eine Zeichnung ausgestellt, die die genaue Anordnung von seinem Frühstück für die Bediensteten vorgab“, sagt der Dungelbecker und schüttelt den Kopf.

Die ZDF-Doku-Serie soll im März laufen, ein genauer Termin steht noch nicht fest.

sip

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