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Wirbel um Kraftwerk Mehrum: 130 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Hohenhameln Wirbel um Kraftwerk Mehrum: 130 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Mehrum . Kohlekraftwerke gelten in der Debatte um die Energiewende als Klimakiller Nummer eins - und damit ist die weitere Existenz des Kraftwerks Mehrum bedroht. Die Belegschaft des Kraftwerks Mehrum, rund 130 Mitarbeiter, hat sich jetzt mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt.

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Die Existenz des Kohlekraftwerks in Mehrum ist bedroht. Die 130 Mitarbeiter haben einen offenen Brief geschrieben, weil sie um ihre Jobs bangen.

Quelle: A

Die Mitarbeiter wünschen sich mehr Unterstützung. Adressaten sind von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis zu Mehrums Ortsbürgermeister Jens Böker zahlreiche Politiker, aber auch Energieversorger, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände.

Das Kraftwerk soll noch bis 2023 am Netz bleiben und könnte, erhebliche Investitionen vorausgesetzt, auch noch länger laufen - die Mitarbeiter fürchten nun aber, dass es schon vorher schließt. Diese Befürchtung teilt auch der Geschäftsführer des Kraftwerks Mehrum, Bernhard Michels. Er kann die Sorgen der Mitarbeiter verstehen.

„Beim Thema Energiewende geht es immer weniger um Sachargumente, sondern darum, politische Interessen und Ideologien durchzusetzen“, schimpfen die Angestellten. Denn: „Eine Welt, die ihre Energieversorgung ohne jegliche Umweltbelastung bereitstellt, wäre zwar der Idealfall.“ Allerdings sei das derzeit technisch wie finanziell nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund vermissen die Autoren, an der Spitze Rainer Rettberg-Berkowsky als Betriebsrats-Vorsitzender, den Respekt vor den „betroffenen Menschen“ in Mehrum. „Viele unserer Mitarbeiter betreuen diesen Kraftwerksblock seit Ende der 70er-Jahre und identifizieren sich damit“, schreibt Rettberg-Berkowsky. Über Jahrzehnte hätten sie es durchgängig „zuverlässig in Betrieb gehalten“. Dieser Einsatz werde von der Politik offenbar „nicht mehr wahrgenommen, geschweige denn honoriert“.

So kommen die Mehrumer in ihrem Brief auf die Sorge um ihre Arbeitsplätze: „Die Kraftwerke werden kaputt gespart“, heißt es weiter. Notwendige Investitionen blieben seit langem aus. Rettberg-Berkowskys Schlussfolgerung: „Die Kollegen machen sich wirklich Sorgen.“ Dabei gehe es nicht nur um energiewirtschaftliche Gründe für oder gegen Kohlekraftwerke, sondern auch um gesellschaftliche Aspekte in der Gemeinde Hohenhameln: „Als bedeutender Arbeitgeber in der Region fördern wir Institutionen wie Freiwillige Feuerwehr, Vereine und Schulen.“

Aus all diesen Argumenten leiten die Mehrumer die Forderung ab, „eine finanzierbare und ausgeglichene Energiewende“ zu organisieren, und „die dafür nötigen Arbeitsplätze“ zu erhalten. Sie warnen zugleich vor einer „Vernichtung von Volkseigentum“, da Investitionen in die Kraftwerke sowie in die Ausbildung von Fachkräften ausblieben. Im Kraftwerk Mehrum gab es in den Vorjahren allerdings Millionen-Investitionen. Die Gesellschafter, die Stadtwerke in Hannover (Enercity) und Braunschweig (BS Energy), hatten eine Aufgabe des Standorts zumindest für die nächsten zehn Jahre ausgeschlossen. Rettberg-Berkowsky sieht dies kritisch.

Die Bediensteten im Kraftwerk Mehrum können sich zumindest der moralischen Unterstützung ihres Chefs gewiss sein.Geschäftsführer Bernhard Michels sagte gestern auf PAZ-Anfrage kurz und knapp: „Mit dem, was im Brief steht, kann ich mich voll identifizieren. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.“

rd

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