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„Wir konnten uns die Grausamkeit nicht vorstellen“

Peine „Wir konnten uns die Grausamkeit nicht vorstellen“

„Darüber zu sprechen, ist unmöglich, darüber zu schweigen, verboten“ - mit dem Zitat von Elie Wiesel, Friedensnobelpreisträger und Überlebender von Auschwitz und Buchenwald, eröffneten gestern Zwölftklässler eines Religionskurses des Ratsgymnasiums ihren Holocaust-Gedenkgottesdienst in der Kirche Zu den heiligen Engeln Peine.

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Nach dem Gedenk-Gottesdienst ging es für viele Schüler wieder zurück in ihre Klassenräume.

Quelle: mgb

Peine. Mit Daten, Fakten, Bildern und Musik referierten sie über einige Einzelschicksale von Überlebenden aus Auschwitz und berichteten über ihre viertägige Reise nach Krakau, bei der sie unter anderem die Gedenkstätte des Konzentrationslagers besichtigt hatten.

„Wir konnten uns das Ausmaß der Grausamkeit nicht vorstellen“, sagte eine Schülerin, als sie am Podest über die Besichtigung sprach. Neben ihr war eine große Leinwand aufgebaut, auf die viele Bilder projiziert wurden, die die Schüler auf ihrer Reise selbst aufgenommen hatten. Eines der Fotos zeigte einen Raum voller Schuhe von tausenden Arbeitern. In einem weiteren Raum lagen bergeweise Haare von den Gefangenen, die sie aber aus Respekt vor den Verstorbenen nicht fotografieren durften. Weiterhin blickten die Schüler in Gaskammern hinein und sahen auch die Öfen, in denen viele Holocaust-Opfer verbrannt worden sind. „Der Anblick war grauenvoll“, beendete die Schülerin das Referat.

Gestern vor genau 70 Jahren jährte sich die Befreiung der Gefangenen von Auschwitz zum 70. Mal. Die Rote Armee hatte tausende entkräftete und kranke Menschen aus dem Konzentrationslager gerettet und ihnen zur Freiheit verholfen. „Doch was ist Freiheit, wenn man alles verloren hat?“, regte eine weitere Schülerin zum Denken an. Viele Familienmitglieder und Freunde der Häftlinge waren gestorben, Nachbarn wandten sich aus Angst ebenfalls ab. Sie verloren Hab und Gut - und das alles ohne triftigen Grund.

Der Glaube an Gott habe vielen Menschen den Mut gegeben, nach vorne zu sehen und nicht aufzugeben. Und mit dieser Lehre beendete der Pastor und Religionslehrer Dr. Joachim Jeska den Gottesdienst.

mgb

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