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"Wer Menschen gewinnen will, muss das Herz zum Pfande einsetzen"

Peine "Wer Menschen gewinnen will, muss das Herz zum Pfande einsetzen"

Peine. Seit 100 Jahren gibt die Peiner Kolpingsfamilie Orientierung und Lebenshilfe, fördert das Bewusstsein für verantwortliches Leben und solidarisches Handeln. „Dabei versteht sie sich als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft“, erläutert Vorsitzender Ludwig Wojtysiak. „Wer Menschen gewinnen will, muss das Herz zum Pfande einsetzen!“ Dieser Maxime von Adolph Kolping, dem Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung, hat sich auch die Peiner Kolpingsfamilie verschrieben.

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Vor dem Heiligen Joseph, dem Schutzpatron des Kolpingswerks (v.l.): Der Präses der Peiner Kolpingsfamile Pfarrer Thomas Blumenberg, die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Feldmann und Vorsitzender Ludwig Wojtysiak.

Quelle: jti

Am 16. April 1913 wurde von Pfarrer Johannes Reinhard der Katholische Gesellenverein gegründet, aus dem später die Kolpingsfamilie hervorging. Reinhard wirkte von 1900 bis 1915 in Peine. Es ist nicht viel von ihm überliefert, aber er war ein sehr sozial engagierter Mann. Im Juni 1913 zählte der Verein schon 38 aktive Mitglieder. Am 23. Mai 1914 fand die Fahnenweihe der Gemeinschaft in Peine statt.

Zum 1. Juli 1933 wurde von der Regierung die Auflösung der konfessionellen Vereine verfügt. In den Jahren der Verfolgung fanden sich immer wieder junge Männer, die weiter im Sinne Adolph Kolpings die Verbandsarbeit in Peine fortführten. Einer von ihnen war der heute 88-jährige Willi Henning, der seit mehr als 70 Jahren Mitglied in der Peiner Kolpingsfamilie ist. Es waren harte Zeiten, als Henning 1941 mit 17 Jahren in die Peiner Kolpingsfamilie eintrat.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 übten die Nationalsozialisten ihre Macht noch härter aus als zuvor. Als 1942 Willi Henning und ein Jahr später auch sein Vater Franz zur Wehrmacht mussten, ruhte das Vereinsleben. Nach Ende des Krieges im Jahre 1945 erlebte die Kolpingsfamilie Peine einen neuen Aufschwung und wurde zu neuem Leben erweckt. Vertriebene, insbesondere aus Schlesien, fanden in Peine eine neue Heimat. Die Mitgliederzahl wuchs auf mehr 100 Männer an. Im August 1951 fand der 1. Niedersächsische Kolpingtag in Peine statt.

„Seit 1976 finden Frauen Aufnahme in der Kolpingsfamilie Peine“, erklärt Wojtysiak. Traditionen werden auch heute in der Kolpingsfamilie Peine gepflegt: Seit 1920 findet der Herrenabend - „Eisbeinessen” genannt - am Tag vor Buß- und Bettag statt. Von 1921 bis 2009 wurde ein Schützenkönig anlässlich des Peiner Freischießens ermittelt. Das Schießen um die Königswürde musste eingestellt werden, die Teilnahme war rückläufig und die Sicherheitsbestimmungen konnten nicht mehr eingehalten werden.

„Der Kolpingsfamilie Peine gehören heute 124 Mitglieder an“, sagt Wojtysiak. Im Vordergrund der Verbandsarbeit steht unter anderem die zeitgemäße Weiterbildung - sowohl mit christlichen als auch mit allgemeinbildenden Themen und der Auseinandersetzung im politischen Bereich. „Zur Kreishandwerkerschaft Peine besteht seit mehr als 20 Jahren eine enge Verbindung“, betont der Vorsitzende. Dies kommt auch beim jährlichen Gildentag auf ökumenischer Basis zum Ausdruck. Dazu kommt die Pflege weltweiter Kontakte, unter anderem nach Brasilien.

jti

Info: Adolph Kolping

Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren und starb am 4. Dezember 1865 in Köln. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitete viele Jahre als Schuhmachergeselle. Kolping litt unter den sozialen Umständen seines Berufsstandes und besuchte mit 24 Jahren schließlich das angesehene Kölner Marzellengymnasium. Trotz ernsterer Krankheiten und finanziellen Sorgen bestand er bereits 1841 das Abitur. Mit 28 Jahren begann er sein Studium in München. Nach dem Theologiestudium wechselte er in den Priesterstand und wurde Wegbereiter für die katholische Sozialbewegung. 1849 gründete er den Kölner Gesellenverein. Es bildeten sich schnell weitere Vereine, aus denen das Kolpingwerk entstand. Das Ziel Kolpings war es, die Menschen zu motivieren, auf Basis des christlichen Glaubens ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Am 27. Oktober 1991 wurde Adolph Kolping in Rom durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

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