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Wasserverband und Bauern dämmen Pestizide ein

Kreis Peine Wasserverband und Bauern dämmen Pestizide ein

Kreis Peine. Die Studie hatte für einigen Wirbel gesorgt: Vor allem in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten im Kreis Peine sei das Grundwasser mit Rückständen von Pestiziden belastet (PAZ berichtete). Zahlreiche Landwirte und der Wasserverband Peine wollen das eindämmen - freiwillig.

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Wasserverbands-Chef Olaf Schröder (v.l.), Landwirt Frederik Böker und Ingenieurin Michaela Neumeyer wollen, dass auch in 40 Jahren noch „naturbelassenes Trinkwasser“ aus dem Hahn läuft.

Quelle: js

„Wir haben jetzt in der Hand, wie unser Trinkwasser in 50 Jahren sein wird“, sagt Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands. Doch aus Gesellschaft und Politik fehle Rückenwind.

Mehrere Millionen Kubikmeter Trinkwasser fließen pro Jahr aus dem Wasserwerk Wehnsen in viele Peiner Haushalte. Wer in Stederdorf und Handorf den Wasserhahn aufdreht, in Klein Ilsede oder der Peiner Kernstadt die Klospülung drückt oder in Harvesse, Mehrum und Hämelerwald die Spülmaschine anmacht, dessen Wasser kommt fast immer aus dem Wasserwerk in Wehnsen. Dort wird Grundwasser in mehreren aufwändigen Schritten gereinigt und so zu Trinkwasser.

Doch das Peiner Grundwasser, das als Ausgangsrohstoff dient, ist belastet. Das habe jedoch keine direkten Auswirkungen auf das Trinkwasser - noch nicht. „Wir wollen unseren Kunden auch nachhaltig das Trinkwasser möglichst naturbelassen zur Verfügung stellen“, sagt Wasserverbands-Chef Schröder. „Auch in mehreren Generationen noch.“ Dafür müsse schon jetzt darauf geachtet werden, das Grundwasser nicht unnötig zu belasten.

Von der „romantischen Vorstellung des jungfräulichen Grundwassers“ müssten die Verbraucher sich aber verabschieden, sagt Schröder. Dass Fremdstoffe ins Grundwasser gelangen, sei aber zumindest beherrschbar. Das setze einiges an Arbeit voraus. Ein Anfang: Seit mehr als 20 Jahren setzt sich eine Kooperation aus Wasserverband und 73 Edemisser Landwirten ein, das Grundwasser möglichst sauber zu halten. Freiwillig.

Der Wasserverband leitet Fördergelder weiter und unterstützt bei entsprechenden Planungen. Die Landwirte drehen in der Produktion an ökologischen Stellschrauben. Da werden dann beispielsweise Blattbehandlungsmittel genutzt, statt Schutzmittel einfach in den Boden einzubringen. Das ist komplizierter und teurer für die Landwirte. „Wir wollen, dass sich etwas bewegt. Dafür tun wir auch etwas“, sagt Frederik Böker, Sprecher der freiwillig teilnehmenden Landwirte. „Wir würden gern sogar noch mehr machen.“

Das Engagement werde jedoch nicht ausreichend gewürdigt - weder finanziell noch von der Mehrheit der Verbraucher. „Klar muss sein, dass die Landwirte gleichzeitig auch wirtschaftlich arbeiten können müssen“, ergänzt Wasserverbands-Chef Schröder. „Wasserschutz sollte uns etwas wert sein.“

Viele Ideen der Kooperationspartner können aber gar nicht erst umgesetzt werden. Dafür bedürfe es einer Reform der Rahmenbedingungen, sagt Böker. „Der gesetzliche Rahmen für die Maßnahmen ist zu eng. Wenn wir mal eine gute Idee haben, dürfen wir sie oft einfach nicht relisieren.“ Der Wille, wirklich etwas zu ändern, fehle der Politik am Ende oft, findet Schröder. „Wir wollen vorbeugend arbeiten, statt in Zukunft irgendwann über technologisches ‚Wassermachen‘ nachdenken zu müssen. Jetzt entscheidet sich, wie unser Wasser in 40, 50 Jahren sein wird.“

js

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