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Vorwurf: Messer in Bauch gerammt

Menschen vor Gericht Vorwurf: Messer in Bauch gerammt

Der Fall gibt Rätsel auf. Ein 31-jähriger Peine muss sich wegen versuchten Totschlags seit gestern vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Hildesheim verantworten. Er soll im August 2009 einen Bekannten auf offener Straße niedergestochen haben. Der wichtigste Zeuge bestreitet das.

Hildesheim . Es könnte ein zäher Prozess werden. Der Beschuldigte schweigt beharrlich. Nicht nur zum Vorwurf des Totschlag-Versuchs, sondern auch zu anderen Punkten der Anklage.

Die wirft dem aus Georgien stammenden Mann vor, er habe Fahrräder gestohlen und für andere Fahrraddiebe als Hehler gearbeitet. „Das verstehe ich gar nicht. Zu diesem Komplex hatten Sie doch schon ausgesagt“, wunderte sich der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl gestern und erinnerte daran, dass ein Geständnis eine mildere Strafe nach sich ziehen könne.

Das stieß auf Kritik bei Verteidiger Christoph Rautenstengel. Er erklärte, in der Äußerung schwinge die Andeutung von Befangenheit mit.„Jetzt fängt‘s an mir Spaß zu machen“, konterte Pohl.

Nicht nur die atmosphärischen Störungen erschweren die Wahrheitsfindung. Das Opfer ist im November an den Folgen seines Drogenkonsums verstorben. Der Polizei hatte der 32-Jährige erst Wochen nach der Tat eher beiläufig von dem Vorfall erzählt. Seinen Angaben zufolge hatte er den Angeklagten und einen weiteren Bekannten in der Peiner Innenstadt getroffen. Die beiden Männer hätten einen Streit angefangen, in deren Verlauf der Beschuldigte ihm ein Taschenmesser in den Bauch gerammt habe.

„Stimmt nicht“, beteuerte der dritte bei dem Gerangel anwesende Mann gestern im Zeugenstand. Streit gesucht hätten weder er noch der Beschuldigte, sondern das mutmaßliche Opfer. Und zu einem Messerstich sei es überhaupt nicht gekommen, „Das hätte ich doch sehen müssen“, erklärte der 36-Jährige.

Unstrittig ist allerdings, dass der 32-Jährige wegen der gefährlichen Stichverletzung im Klinikum Peine operiert wurde. Der Mann habe allerdings auch Streit mit Türken und undurchsichtige Kontakte zu Litauern gehabt. Vielleicht seien die ja für die Verletzung verantwortlich, mutmaßte der Zeuge. Die Verhandlung wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Jens Krone

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Peiner Passanten sehen Messer-Attacke und machen nichts

Der Prozess um den angeblichen Totschlag-Versuch wirft eine Reihe von Fragen auf. Die haben nicht allein mit dem Tatgeschehen zutun. So hat nach Angaben des Opfers und eines Zeugen ein halbes Dutzend Peiner Passanten die tätliche Auseinandersetzung auf offener Straße neugierig verfolgt. Keiner der Beobachter hielt es offenbar für erforderlich, die Polizei zu verständigen. „Das kann man anscheinend heute nicht mehr erwarten“, kommentierte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl.

Ein weiterer Aspekt des Falls stimmt ebenfalls nachdenklich. Gegenüber dem ihn behandelnden Arzt des Peiner Klinikums hatte das Opfer erklärt, keine Strafanzeige stellen zu wollen. Der Mediziner hielt es daher offenbar nicht für erforderlich, die Polizei von der Messer-Attacke zu informieren. „Das verstehe ich nun gar nicht", meinte Pohl.

jkr

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