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Vortrag: So erlebten die Peiner den Ersten Weltkrieg

Peine Vortrag: So erlebten die Peiner den Ersten Weltkrieg

Dem Ersten Weltkrieg widmete sich jetzt der Kreisheimatbund Peine in seiner Vortragsreihe vor fast 100 Besuchern im Kreismuseum. Vortragender Dr. Jens Binner rückte dabei die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf Peine in den Fokus. Wie lebten die Menschen hier? Wie entwickelte sich die Wirtschaft? Was stand in der Zeitung?

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Über 100 Besucher waren zum Vortrag im Kreismuseum gekommen.

Auf diese Fragen gab es aufschlussreiche Antworten, die die Euphorie über den Krieg deutlich machten. Die Zuhörer erfuhren, dass man 1914 - wenige Tage nach dem auslösenden Attentat in Sarajevo - noch das traditionelle Peiner Freischießen gefeiert hatte. Man erfuhr, dass der Vater Jahn Peine seinen Schießstand für Schießübungen zur Verfügung stellte, und dass die Gefangenenlager im Landkreis beliebte Ziele für Sonntagsausflüge waren.

Interessant waren auch die Zeitungsausschnitte dieser Zeit. Die Geschäfte Nensel und Schridde am Markt hatten damals dicke Joppen für Soldaten angeboten, die Firma Gutkind pries Strümpfe und Pulswärmer an, das Bankgeschäft Sonnenberg feuerfeste Tresore.

Deutlich wurde durch den Vortrag auch, wie die Landbevölkerung unter dem Krieg litt. Frauen mussten sich in der Landwirtschaft beweisen, Grundnahrungsmittel wurden rationiert, Zugpferde standen nicht zur Verfügung.

Desweiteren waren die Ausführungen zum Einzug des rund 2000 Mann starken Landwehrbataillons in Peine interessant, das mit einem großen Fest empfangen worden war.

In der Folge wurden die Bodenstedtschule zum Lazarett, der Herzberg, der heutige Wilhelmsplatz und der historische Marktplatz zu Übungsplätzen.

Die Begeisterung für den Krieg zeigte sich auch in den sogenannten „Nagelungen“. Bürger kauften Nägel, mit deren Erlös der Krieg finanziert wurde. Diese wurden in ein bestimmtes Muster gehauen. Besonders bekannt: die „Eiserne Eule“, die sich auf dem Marktplatz befand und an der 2154 Peiner Bürger Nägel einschlugen, die einen Erlös von 16 200 Mark einbrachten.

Am Ende des Vortrags hatte Binner ein eigenes Schlusswort parat: „Man sieht, dass Kriege die Tendenz haben, immer auch Unbeteiligte zu erfassen. Es wird die Brutalität deutlich, die eine vermeintlich schnelle Problemlösung mit Soldaten an der Waffe darstellt.“

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