Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Vorsicht Abzocke: Peiner Wolfgang Glandt wird von dubiosen Schreiben überflutet

Peine Vorsicht Abzocke: Peiner Wolfgang Glandt wird von dubiosen Schreiben überflutet

Peine. Ungezählte Briefe, E-Mails und Faxe mit Rechnungen, Mahnungen für Branchenbucheinträge, dubiosen Finanzierungstipps und -angeboten gehen täglich bei Wolfgang Glandt ein. „Dazu kommen scheinbar fehlgeleitete persönliche Faxe mit handschriftlichen superheißen Aktientipps oder auch Telekomrechnungen, obwohl ich bei einem anderen Telefonanbieter bin“, schildert der Inhaber der gleichnamigen Peiner Werbeagentur. „Ich selber weiß, wie ich damit umzugehen habe und gehe nicht darauf ein, aber viele folgen Zahlungsaufforderungen, klicken auf einen angegebenen Link oder öffnen Anhänge und sitzen in der Falle.“

Voriger Artikel
Ladies’ Circle spendete 2000 Euro an Projekt „Ein Essen für jedes Kind“
Nächster Artikel
Schneematsch und glatte Straßen: Polizei warnt vor Unfallgefahr

Wird von dubiosen Briefen, E-Mails und Faxen überflutet: Der Peiner Wolfgang Glandt.

Quelle: jti

Man müsse unterscheiden, ob hinter den Angeboten tatsächlich eine Leistung stehe, oder ob es sich um Angebote handele, bei denen nach einer etwaigen Überweisung der versprochene Dienst gar nicht erbracht werde, erklärt Anje Gehring, Leiterin der Rechtsstelle der IHK in Braunschweig. Bei letzterem handele es sich um betrügerisches Vorgehen.

„Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht ist es verboten, potenzielle Kunden durch belästigende Werbung anzusprechen.“ Darunter fallen Spam-Mails, Faxe und Anrufe. Nur die Briefwerbung sei ohne vorherige vertragliche Beziehung oder ausdrücklichen Wunsch des Angeschriebenen möglich. „Diese direkten Anschreiben dürfen aber dann nicht irreführend sein“, betont Gehring. Eine solche Irreführung liege vor, wenn ein Anschreiben einen behördlichen Eindruck mache und der Angeschriebene denken muss, er habe eine Verpflichtung zu Teilnahme am angebotenen Dienst.

Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle, sondern um massenhafte Versendungen von Angebotsformularen. Beim sogenannten Adressbuchschwindel seien vor allem Existenzgründer und junge Unternehmen betroffen, die erst vor kurzem ihre Firma zur Eintragung in das örtliche Handelsregister angemeldet haben. Diese Problematik finde sich aber auch im Bereich der gewerblichen Schutzrechte. „Der Bundesanzeiger stellt auf seiner Internetseite eine Liste mit derzeit bekannten Anbietern solcher Leistungen bereit“, erläutert Gehring. Zurzeit seien 215 Einträge in der Liste enthalten (Stand November 2013). Auch das Deutsche Patent- und Markenamt führt ein entsprechendes Verzeichnis auf seiner Internetseite. „Die Versendung von Angebotsformularen, die in ihrer Aufmachung als solche nicht zur erkennen sind, stellt nach ständiger Rechtsprechung einen Wettbewerbsverstoß wegen irreführender, unlauterer Werbung dar.“

jti

INFO

Expertentipps der IHK

Wenn man sich durch E-Mails, Faxe, Telefonate oder Briefe belästigt fühlt, kann man diese bei der Wettbewerbszentrale oder ähnlichen Verbänden melden. Sollte man bereits irrtümlicherweise ein entsprechendes Angebot unterzeichnet haben und nun zur Zahlung aufgefordert werden, so kann man sich als Mitglied an die IHK wenden, um abklären zu lassen, ob es sich um eine bekannte beziehungsweise schon „ausgeurteilte Masche“ handelt oder ob tatsächlich ein rechtliches Risiko entsteht, wenn man nicht zahlt. Sollten schon gerichtliche Mahnungen (gelbe Briefe) eingehen, so ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes ratsam.

Unternehmer sollten ihre Mitarbeiter (insbesondere die Poststelle und Buchhaltung) sensibilisieren. Sollten Schreiben ankommen, die vermuten lassen, dass es sich um Adressbuchschwindel oder ähnliche dubiose Maschen handelt, können sich Unternehmen auch an die IHK wenden.

Wurde ein Formular unterzeichnet zurückgesandt, empfiehlt die IHK je nach Sachlage, den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten, hilfsweise zu kündigen und keine Zahlung zu leisten. Wurde bereits eine Zahlung geleistet, sollten diese entsprechenden Beträge unter einer Fristsetzung zurück gefordert werden. Im Zweifel ist immer anwaltlicher Rat einzuholen. Als erste Anlaufstelle können Mitglieder ihre IHK kontaktieren. Die eingehenden Beschwerden werden mit Einverständnis der Betroffenen an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität weitergeleitet. Dieser fordert die unseriösen Anbieter zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und leitet gegebenenfalls auch gerichtliche Schritte ein.

VZN warnt vor Abzock-Methoden

Peine. Auch die Verbraucherzentrale warnt Privatleute vor dubiosen Methoden: „Es sind immer regelrechte Wellen zu diesen Abzock-Fällen landauf und landab zu beobachten, die dann oft schlagartig aufhören“, erklärt die Peiner Verbraucherberaterin Ursula Hopstock. „In der Vorweihnachtszeit hatten wir eher mit sogenannten Fake-Shops zu tun. Verbraucher kaufen Markenartikel – Bekleidung oder Elektronikartikel – zu supergünstigen Preisen gegen Vorkasse und die Ware trifft nie ein.“

 Die Rubrik „Vorsicht Falle“ unter unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de spiegele ganz aktuelle Geschehnisse wieder. Der Nutzer könne „seinen“ Fall schnell zuordnen. Es werden aber auch grundsätzliche Verhaltens- und Vermeidungstipps unter der Rubrik Telefon und Internet – Praktische Tipps zum Datenschutz – sowohl für Anrufe, E-Mails oder auch Brief-Post gegeben.

Aber: „Nicht jeder Brief ist Abzocken, so müssen Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzung immer ernst genommen werden. In der Beratungsstelle helfen wir Ratsuchenden gern weiter.“

jti

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung