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Vor 70 Jahren: 44 Tote bei Luftangriff

Peine Vor 70 Jahren: 44 Tote bei Luftangriff

Morgen vor 70 Jahren erlebte Peine den wohl schwersten Luftangriff der Stadtgeschichte. Wie ein Zeitzeuge der PAZ berichtete, warfen amerikanische Flugzeuge am 22. Februar 1945 ab 13.30 Uhr 350 bis 400 Bomben auf das Walzwerk, von denen 70 etliche Anlagen der Produktionsstätte trafen.

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Bei dem Luftangriff am 22. Februar 1945 wurden die Mineralölwerke schwer beschädigt.

Quelle: Stadtarchiv Peine

Eine bis dahin im Raum Hannover noch nicht eingesetzte „Kettenbombe“ riss beide Gleise in Höhe des Stellwerks 3 auf 150 Metern Länge auf, auch das gegenüberliegende Eisenbahnerwohnhaus wurde zerstört.

44 Menschen, die nicht rechtzeitig den Luftschutzkeller erreichten, kamen ums Leben. Unter ihnen waren 21 Männer und Frauen aus Peine, aber auch sogenannte Ostarbeiter.

Erst 24 Stunden nach dem Angriff wurden aus den Trümmern des Stellwerkes und des Eisenbahnerwohnhauses Rottenmeister Otto Welge und seine Frau Henriette tot geborgen, heißt es in der Dokumentation der Bundesbahndirektion Hannover und der Stadt („So brach sich Peine Bahn“). Die Weichensteller Otto Ehlers (Dungelbeck) und Gustav Claus (Woltorf) starben ebenfalls.

Die Gleisanlagen des Walzwerkes sowie das dort befindliche Eisenbahndienstgebäude wurden stark zerstört. Auch das Mineralölwerk wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Das Unternehmen bezifferte den Schaden einschließlich der Zerstörungen an Häusern in der Werkssiedlung nach dem Angriff am 3. März gegenüber dem Kriegsschädenamt (Straßenbauamt Peine) auf rund 23 100 Reichsmark.

Gleichzeitig wurde die Stadt aufgefordert, die teils schwer, teils leicht beschädigten Häuser wieder behelfsmäßig herzurichten. Sofort nach dem Bombenangriff am 22. Februar wurde begonnen, die Hauptgleise im Bahnhofsbereich zu reparieren. Der Zugverkehr blieb dabei aufrechterhalten. Die Fahrgäste mussten aussteigen. Sie gingen zu Fuß entlang des unterbrochenen Streckenabschnittes und fuhren dann mit einem anderen Zug weiter.

600 „Fremdarbeiter“ , vorwiegend Italiener, sowie Telegrafenbautrupps der Wehrmacht und Eisenbahner aus Werkstätten waren im Einsatz. Die sieben großen Bombenkrater wurden mit Sand und Kies verfüllt. Einen Tag später lief der Bahnbetrieb wieder normal.

An den Angriff auf die Mineralölwerke, die damals eine der ältesten Ölraffinerien und Fettfabriken Deutschlands mit rund 100 Beschäftigten waren, erinnerte sich der Peiner Emil Strohschein in einem früheren PAZ-Artikel: „Es war um die Mittagszeit, als die Sirenen der Stadt Fliegeralarm gaben, und es dauerte nicht lange, bis zwei Pulks amerikanischer Bomber mit der Sonne fliegend auf uns zukamen. Die erste Gruppe lud ihre Bomben auf dem Trägerfeld und der Eisenbahn ab. Die etwa 50 Kettenbomben der zweiten Gruppe hatten unser kleines Werk zum Ziel. Der primitive Erdbunker, in dem wir zusammengepfercht saßen, wurde durch die Bombeneinschläge in unmittelbarer Nähe dermaßen erschüttert, dass wir meinten, er würde auseinander brechen. Als wir nach diesen Schreckensminuten wieder an das Tageslicht kamen, lag um uns herum alles in Schutt und Asche. Schwarzer Rauch von brennendem Erdöl verdunkelte den Himmel.“

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