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„Von der Stadt Peine wäre nichts übriggeblieben“

Peine „Von der Stadt Peine wäre nichts übriggeblieben“

Heute vor 70 Jahren wurde Peine kampflos an die vorrückenden amerikanischen Truppenverbände übergeben. Von unmittelbaren Kriegsauswirkungen blieb die Stadt dadurch weitgehend verschont - und der Bevölkerung großes Leid erspart.

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Die Übergabe in Rosenthal am 10. April 1945.

Quelle: A

Peine. Peine. Das Schicksal Peines hing am seidenen Faden, als am 10. April 1945 eine Delegation unter Führung von Bürgermeister Dr. Wiard Bronleewe aufbrach, um den bereits nach Rosenthal vorgedrungenen Amerikanern die kampflose Übergabe Peines anzubieten. Es ging darum, die bereits konkret vorbereitete Zerstörung Peines in letzter Minute zu verhindern. Die Mission war insofern gefährlich, als aus Berlin noch immer Durchhalteparolen ausposaunt wurden.

Gleichwohl hatten leitende Verwaltunsbeamte sowie die Parteiführung Weisung erhalten, sich bei Feindannäherung in den Harz abzusetzen. Sie taten das am 9. April. Bronleewe und der kommissarische Landrat Heinemann zeigten dagegen Charakter und blieben in Peine, um „alles, was kommen sollte, gemeinsam zu tragen“ (Bronleewe). Hätte auch der Bürgermeister sich verdrückt, wäre im praktisch herrenlosen Peine keine autorisierte Person als Verhandlungspartner verfügbar gewesen.

Die Geschehnisse des 10. April wurden vor allem dadurch bekannt, dass einige Mitglieder der Bronleewe-Delegation die Dinge aus ihrem Erleben schriftlich fixierten. Der Bürgermeister selbst tat das am 16. Juni 1948. Weitere Dokumente erstellten zwei seiner Mitstreiter. Bei ihnen handelte es sich zum einen um Dr. Heinrich Meyeringh (1889-1979), damals Chef des städtischen Krankenhauses, und zum anderen berichtete der Betreuungsoffizier der in Peiner Lazaretten liegenden deutschen Soldaten, Major Mathias Volkenborn. Dieser legte seine Dokumentation erst am 23. Oktober 1969 vor. Während Meyeringh noch kurz vor seinem Tod äußerte, er habe es nicht verdient, wie oft geschehen, als der alleinige Retter Peines angesehen zu werden, forderte Volkenborn seinen Anteil an der Aktion ausdrücklich ein.

Über die kampflose Übergabe der Stadt hat die PAZ immer wieder berichtet, am umfangreichsten in einer Serie von Jürgen Dieckhoff und Manfred Reichel, die 40 Jahre nach Kriegsende erschien. Damit waren die damals bekannten Quellen hinreichend offengelegt, bis vor kurzem der Erlebnisbericht eines weiteren Delegationsmitglieds auftauchte: Hans-Michael Finger. Dessen in Spanien lebender Enkel Hans-Michael Schneider-Finger fand das wertvolle handgeschriebene Dokument, verfasst am 21. April 1945, in den Unterlagen seines 1964 gestorbenen Großvaters und überließ es dem Verfasser, der sein Jugendfreund gewesen war.

Von Jürgen Dieckhoff.

Weiteres zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der PAZ.

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