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Von Aggro Berlin zum politischen Hip-Hop

Peine Von Aggro Berlin zum politischen Hip-Hop

Sie singt für Emanzipation, gegen Rassismus, für Inklusions-Chancen für Minderheiten und gegen antiquierte Geschlechterrollen.

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„Kein Mensch ist illegal“ steht auf dem T-Shirt von Jennifer Gegenläufer. Die gebürtige Peinerin macht politischen Hip-Hop.

Quelle: js

Peine. Die Peiner Rapperin Jennifer Gegenläufer sieht sich als Musikerin, doch Aktivistin sei sie auch. Das Porträt einer jungen Frau, die mit ihrer Musik begeistern und zum Nachdenken anregen will.

Einem Klischee will Jennifer Gegenläufer so gar nicht entsprechen. Auf der Mütze der 19-Jährigen prangen Buttons. Auf einem ist das Regenbogen-Symbol, das für Toleranz und Akzeptanz steht, auf einem anderen das Logo der Antifa. Auf ihrem T-Shirt prangt der Satz „Kein Mensch ist illegal“. So wenig die gebürtige Peinerin einem Klischee entspricht, so gern spielt sie mit eben diesen - in ihrer Musik, in ihren Texten. Die junge Frau ist Rapperin.

Ein Hobby? Eher Überzeugung, sagt sie. In ihren Liedern spricht sie über Minderheiten, über Rassismus und Ungleichbehandlungen. „Ich versuche, meine Aussagen mit Ironie und Humor zu vermischen. Damit kann man mehr erreichen, als mit dem Finger auf jemanden zu zeigen“, sagt die 19-Jährige. „Ich möchte die Probleme beim Namen nennen. Und ich tabuisiere nichts.“ Sie wolle sich gegen „konstruierte Normen stellen, die implizieren, dass alles andere nicht dazugehört“.

Aufgewachsen ist Gegenläufer in Plockhorst und Ölsburg. Eine Einzelgängerin sei sie gewesen, die Familienverhältnisse kompliziert. Mit zwölf Jahren fing sie an, aktiv Hip-Hop zu hören. „Am liebsten Berliner Gangster-Rap“, sagt Gegenläufer. Also Gruppen wie Aggro Berlin, die besonders mit frauenverachtenden Texten auf sich aufmerksam machten. „Ich mochte die Klangästhetik. In dem Alter habe ich die Vulgärbegriffe noch gar nicht verstanden.“

Trotz oder gerade wegen der sozialen Isolation habe sie im Hip-Hop eine Ausdrucksform für sich gefunden. In dieser Subkultur sei sie auch zum ersten Mal mit Sexismus in Berührung gekommen. „Es waren klare Hierarchien zwischen Männern und Frauen zu spüren, nicht nur durch die Texte“, sagt Gegenläufer. „Worte haben ohnehin mehr Macht, als nur für einen Moment den Raum zu beschallen.“

Genau das möchte sich die 19-Jährige nun selbst zunutze machen. „Ich will gesellschaftlich marginalisierte Menschen erreichen und bestärken, sich sichtbar zu machen.“ Weit über 100 Lieder habe sie schon geschrieben, mindestens genau so viele Auftritte gehabt. Ihr größter Kritiker? „Das bin ich selbst. Ich bin enorm selbstkritisch.“ Zugegeben: Der Sprechgesang der 19-Jährigen klingt mitunter etwas holprig. An ihrer Aussagekraft ändert das aber nichts.

Was die Zukunft für die 19-Jährige, die mittlerweile in Braunschweig wohnt, bereithält, weiß sie nicht. „Ich mache erst mal meine Ausbildung fertig. Wenn ich mit der Musik Erfolg habe, umso besser.“ Und wenn das nicht klappt? „Dann ist es auch okay.“ Den Rücken werde sie der Musik ohnehin nicht kehren. „Dann mache ich für die Menschen weiter, die meine Musik mögen und natürlich für mich selbst.“

js

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