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Volkstrauertag: Erstmals hielten Schülerinnen Rede

Peine Volkstrauertag: Erstmals hielten Schülerinnen Rede

Peine. Der Einsatz und das Sterben deutscher Soldaten in Afghanistan war gestern Thema in allen Ansprachen zum Volkstrauertag am Ehrenmal im Herzberg. Erstmals sprachen dort auch vier Schülerinnen des Ratsgymnasiums.

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Volkstrauertag: Mit Lisa-Marie Stock (16 Jahre), Vivetha Veluppillai (17), Michelle Schlüter (16) und Abir Taoube (17, am Mikrofon) hielten erstmals vier Ratse-Schülerinnen des 11. Jahrgangs eine Ansprache während der Gedenkfeier.

Quelle: im

Mehr als 200 Peiner gedachten der Gefallenen der Weltkriege. Das Gedenken am Volkstrauertag in einen aktuellen Zusammenhang zu stellen sei wichtig, „um so deutlich zu machen, dass dies nicht nur ein Thema der Vergangenheit ist“, sagte Bürgermeister Michael Kessler. Er schnitt dann ein Thema an, das in der Vergangenheit zu kurz kam. „Wir sollten nicht nur der Toten gedenken, sondern wir müssen auch an die erinnern, die durch den Tod dieser Menschen am allermeisten betroffen waren: die Eltern, die Ehefrauen und die Kinder.“

Pastor Volker Klindworth zitierte aus dem menschenverachtenden Brief des Leiters eines NS-Erschießungskommandos, den er im Dokumentationszentrum Obersalzberg in Berchtesgaden gefunden hatte. Hier war Hitlers Feriendomizil, dass später zum zweiten Regierungssitz neben Berlin ausgebaut wurde. Er berichtete aber auch von den Erlebnissen des katholischen Militärpfarrers Romanus Kohl in Afghanistan. In militärischen Einsätzen nehme man Schuld auf sich, „aber welche Schuld laden wir auf uns, wenn wir uns den Einsätzen verweigern“, fragte Klindworth. „Wir werden nicht ohne Schuld bleiben“, folgerte er und forderte „Ehrfurcht vor allem, was lebt und Ehrfurcht vor dem Schöpfer und seinen Geschöpfen“.

Bewegend waren die Worte der Ratse-Schülerinnen Abir Taoube, Vivetha Veluppillai, Lisa-Marie Stock und Michelle Schlüter. Sie schilderten ihre Gedanken und ihre Verbindung zum Volkstrauertag und machten den Zwiespalt des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr deutlich. Sie hinterfragten, was ein „Kriegsheld“ ist. Anhand der Fußball WM 2006 und dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ zeigten sie, dass Nationalstolz positiv ist, solange daraus „nicht Nationalismus und aus Toleranz nicht Intoleranz wird“. „Die Erinnerung an Krieg und Leid in unserer Generation wachzuhalten und Kriege zu verhindern mit allen Mitteln, dies wird auch für uns eine der größten Herausforderungen der Zukunft sein.“

Musikalisch umrahmt wurde die Kranzniederlegung vom Posaunenchor aus Schmedenstedt und vom Städtischen Chor.

jti

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