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Vokabile sang in Dungelbeck: „Kleinod der Chormusik“ überzeugte

Peine Vokabile sang in Dungelbeck: „Kleinod der Chormusik“ überzeugte

Dungelbeck. Das Vokal-Ensemble bot jetzt ein „kammermusikalisches Kleinod der Chormusik“ in der St.-Johannis-Kirche in Dungelbeck.

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Beeindruckendes Konzert: Vokabile sang in der Dungelbecker Kirche.

Quelle: im

So, wie die St.-Johannis-Kirche in Dungelbeck mit ihrem romanischen Turm und im übrigen neu-gotischen Bau zwei entfernte Epochen großartig miteinander verbindet, so erlebten in ihr am Sonntag die zahlreichen Zuhörer mit dem Vokal-Ensemble Vokabile ein „kammermusikalisches Kleinod der Chormusik“, dessen Programm mit dem englischen Komponisten Thomas Tallis und dem Schweizer Tondichter Frank Martin ebenfalls zwei kontrastierende und doch gleichzeitig spürbar korrespondierende Eckpunkte darbot: das eher schlichte Renaissance-Werk „The Lamentations of Jeremiah“ und eine aufwühlende Messe des 20. Jahrhunderts, gesetzt für zwei vierstimmige Chöre.

Angesichts der stillen Gedenktage im November waren die Kompositionen auch inhaltlich absolut stimmig. Wenn dann, wie geschehen, durch das Bielefelder Ensemble Vokabile auch noch eine unglaublich ergreifende Realisation gelingt, darf man das Gehörte neben seiner tiefen Glaubensaussage als eine einzigartige Erlebnis-Symbiose kennzeichnen.

Die 15 singenden Frauen und Männer verzichten bewusst auf einen Dirigenten, wobei die teils schwierigsten Einsätze durch intuitiv gemeinsames, unhörbares „Anatmen“ frappierend gelingen, während den Schlussakkorden gerade in zarter Lautstärke bisweilen nicht die gleiche, scheinbar selbstverständliche Prägnanz innewohnt.

Die Umsetzung der weitgehend fünfstimmig und polyphon angelegten „Klagelieder Jeremias“ von Thomas Tallis gelingt der Kammerchor-Besetzung nicht zuletzt durch das englischen Latein als sprachlich originale Grundlage. In bestechender Deklamation, intonationssicher und dazu mit professionell geschultem Vokalausgleich entsteht ein dynamisches Ebenmaß, das dem Zuhörer eine verinnerlichende Versenkung ermöglicht. Und doch wird er durch die ergreifenden Darbietungen des doppelt abschließenden „Jerusalem, kehre zu Gott, deinem Herrn, zurück“ zweimal wieder in eine derzeit weniger friedfertige Gegenwart zurückgerufen.

Die vielstimmige Martin-Messe bildet den erwarteten harmonischen Gegensatz und verlangt von den Singenden ein Höchstmaß an Musikalität und stimmlichem Können. Jetzt zeigt das Ensemble seine dynamische Bandbreite und Gestaltungsfähigkeit: sich reibende Disharmonien, denen allenfalls im extremen Fortissimo in den tiefen Stimmen noch mehr Substanz gut täte, stehen oft exegetisch leere Quinten gegenüber. Der dynamische Gipfel im nizäischen Glaubensbekenntnis „lumen de lumine“ kontrastiert mit dem „sepultus est“, dem bei der Auferstehung Christi mit dem „resurrexit“ schon gleich wieder eine extrem sinnfassende Steigerungskette folgt.

Das anhängende „plus X“ im Namen dieses vorzüglichen Chores bezieht sich aktuell auf den bekannten Lars Miehe, der die Chorwerke mit zwei souverän musizierten Orgelkompositionen von Matthias Weckmann und Johann Gottfried Walther unterbricht. Als Zugabe endet der denkwürdige Konzert mit dem Abschiedslied „Ich fahr dahin“ von Johannes Brahms.

Von Helmut Lange

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