Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Vier Generationen unter einem Dach

Stederdorf Vier Generationen unter einem Dach

Stederdorf. Das Laufen macht ihr mittlerweile etwas zu Schaffen, aber in ihrem Büro-Job muss die 89-jährige Peinerin ohnehin meist sitzen. Magdalene Zöllner arbeitet seit 29 Jahren in der Zahnarztpraxis Brietze in Stederdorf.

Voriger Artikel
Kreistags-CDU befürchtet Parteitaktik
Nächster Artikel
Warum kommen Briefe so spät an?

Vier Generationen arbeiten in der Zahnarzt-Praxis Brietze in Stederdorf: Hinten v.l. Laura-Sophie Brandes, Nicole Löhr und Dr. Brigitte Brietze.

Quelle: ju

Peine. Auch, wenn es mittlerweile nur noch wenige Stunden im Monat sind - Zöllner ist ein festes Mitglied des 30-köpfigen Teams, in welchem die Jüngste gerade 18 Jahre alt ist.

„Bei uns arbeiten vier Generationen zusammen“, sagt Praxisinhaberin Dr. Brigitte Brietze, die sich für ein flexibles Renteneintrittsalter stark macht. „Frau Zöllner kam mit 60 Jahren zu uns und hat gute Qualifikationen mitgebracht.“ Und das sei heute leider immer seltener. Habe die Praxis in den Achtzigern noch um die 25 Bewerbungen im Jahr erhalten, seien es heute höchsten fünf - und die Qualität der potenziellen Auszubildenden sinke stetig.

„Stelle ich dagegen jemanden ein, der schon älter und berufserfahren ist, kann ich mir sicher sein, dass er noch sehr motiviert ist“, meint Brietze. „Der Druck, woanders vielleicht keine Anstellung mehr zu finden, ist einfach zu hoch.“

Ähnlich erging es auch Zöllner. Nach einem Bandscheibenvorfall wurde ihr von ihrem damaligen Chef eines Steuerbüros im Alter von 60 Jahren der Ruhestand nahegelegt. „Ich war sehr betroffen, als ich gekündigt wurde“, erinnert sich die 89-Jährige. „Ich fühlte mich noch fit.“

Also fasste sich Zöllner ein Herz und fragte in der Zahnarztpraxis, von der sie wusste, dass sie durch die Gründung und Erweiterung finanziell am Limit war, nach einem Job. „Ich bin ihre Finanzministerin - mit mir geht die Praxis nicht pleite“, mit diesen Worten stellte sich die damals 60-Jährige bei Brietzes vor. „Wir dachten zuerst an eine Anstellung für ein oder zwei Jahre.“ Doch daraus wurden schließlich 23 Jahre - ohne einen einzigen Fehltag.

Fünf Tage die Woche kam die Witwe, die drei Kinder allein durch das Studium gebracht hat, in die Praxis, um Rechnungen zu schreiben und um bei der Buchführung zu helfen. Mit 83 Jahren dann, trat die Kauffrau kürzer. „Frau Zöllner war eine unheimliche Rückenstärkung“, so Brietze. „Wir haben eine große Verantwortung für unsere Mitarbeiter und Auszubildenden, da braucht man selbst auch manchmal eine starke Schulter.“

Für die jüngere Generationen der Angestellten ist Zöllner die gute Seele und ein Vorbild. „Der Altersunterschied hat nie eine Rolle gspielt“, sagt die 37-jährige Nicole Löhr, Zahnmedizinische Fachangestellte bei Brietze. „Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre, der Respekt geht nicht verloren.“

Auch die Jüngste im Haus schätzt das generationsübergreifende Miteinander in der Praxis. „Ich finde es schön, dass Frau Zöllner noch so fit ist“, sagt die 18-jährige Auszubildende Laura-Sophie Brandes. „Jeder hier hat unterschiedliche Erfahrungen, von denen ich lernen kann.“

Erfahrung, Qualität und Arbeitswillen - das, so Brietze, würden gerade ältere Mitarbeiter mitbringen. „Es lohnt sich für beide Seiten“, betont Brietze. „Es müssen sich mehr Arbeitgeber darüber bewusst werden, dass es ein Geschenk ist, diese Menschen einzustellen. Und auf der anderen Seite sollten die Endfünfziger wieder mehr an sich glauben. Das Arbeitsleben muss noch nicht vorbei sein.“

ju

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung