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Viel Hilfe für Flüchtlings-Familie Haji

Peine Viel Hilfe für Flüchtlings-Familie Haji

Peine. Ein bisschen angekommen ist Khalid Haji nach seiner Flucht vor dem IS-Terror mit seiner Familie in Peine schon. Richtig eingewöhnt hat sich die kleine Familie aber noch nicht.

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Karlheinz Leicht probiert bei Khalid Haji die Prothese an und justiert das Gelenk nach.

Quelle: pif

Zu präsent sind immer noch die Eindrücke von der Flucht vor den IS-Terroristen im Nord-Irak (siehe Info-Text). Dabei wurde der 25-jährige Familienvater angeschossen und sein Bein musste amputiert werden, mittlerweile hat er eine Prothese und wird im Klinikum Peine rehabilitiert.

Organisiert hat die Hilfsaktion Seyhmus Davudili aus Peine, selbst ein kurdischer Jeside wie es auch die Familie vom Khalid Haji ist. „Einen Tag nach der Ankunft in Deutschland hatte ich schon einen Termin bei Dr. Ingo Wietoska, Chefarzt der Unfall-Chirurgie im Peiner Klinikum“, erzählte Haji, der nur wenige Worte Deutsch spricht. Davudili übersetzt für ihn.

Umgehend bekam er auch einen Termin bei der Firma Brandes & Diesing, die Orthopädie-Technik herstellt. „Wir haben einen Gipsabdruck gemacht, alles ausgemessen und dann habe ich in unserer Werkstatt an der Duttenstedter Straße eine lange Nachtschicht gemacht, um die Prothese fertig zu stellen“, erzählte Abteilungsleiter Karlheinz Leicht, der die vorläufige Prothese ständig anpasst. Später bekommt Haji ein künstliches Bein mit einem gegossenen Schaft und kosmetischen Anpassungen, damit man nicht auf den ersten Blick sieht, dass er eine Prothese trägt.

Im Klinikum bekommt der Jeside eine ambulante Therapie. Physiotherapeutin Franziska Toska macht mit ihm Gehschule und Gleichgewichtsübungen. Sowohl Orthopädietechniker Leicht als Physiotherapeutin Toska sind erstaunt, wie gut Haji mit seinem künstlichen Bein zurecht kommt. Der 25-Jährige selbst will erst einmal mit der Prothese fit werden. Danach ist es sein Ziel, so schnell wie möglich einen Beruf zu ergreifen, damit er sich und seine Familie selbst ernähren kann. Die Familie wohnt zurzeit in einem Peiner Ortsteil in einer Wohnung, die nur provisorisch eingerichtet ist.

pif

PAZ-INFO: Die Flucht vor den Terroristen

Khalid Haji lebte mit seiner schwangeren Frau Nadia und den drei Kindern Amjad, Azad und Hanzada im Nordirak, in der Region Shangal, an der Grenze zu Syrien. Er gehört der Volksgruppe der kurdischen Jesiden an, die einer vorislamischen Religion angehören. Der junge Familienvater wollte Lehramt studieren.

Haji erzählte: „Eines Tages kamen Kämpfer des islamischen Staates in unseren Ort und trieben alle Bewohner zusammen. Wir sollten zum Islam übertreten oder sterben.“ Da die meisten Bürger aus dem Ort Jesiden waren, flüchteten sie in der Nacht – auch Hajis Großfamilie. Unterwegs kamen sie ins Gewehrfeuer der Terroristen. Khalid Haji wurde von sieben Kugeln getroffen. Eine durchschlug den Oberschenkel, sechs trafen sein Knie.

Während Nadia mit den Kindern bei Khalid blieb, flüchtete der Rest der Großfamilie weiter. Die kleine Familie wurde dann von kurdischen PKK-Kämpfern entdeckt. Ein Feldarzt versorgte das Bein von Haji, konnte es aber nicht retten. Es musste amputiert werden.

Trotzdem gelang der kleinen Familie die Flucht über Syrien in die Türkei, wo Nadia Haji den jüngsten Sohn Bewar zur Welt brachte. In der Türkei traf die kleine Familie in einem Flüchtlingslager auf den Peiner Jesiden Seyhmus Davudili, der ihre Einreise nach Deutschland regelte und die irakische Familie auch hier weiter betreut.

pif

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