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Versuchte Kindesentführung in Meerdorf: Was führt zu so einer schockierenden Tat?

Kreis Peine Versuchte Kindesentführung in Meerdorf: Was führt zu so einer schockierenden Tat?

Die versuchte Kindesentführung in Meerdorf (PAZ berichtete) schockiert sowohl die Betroffenen als auch die ermittelnden Polizeibeamten.

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Meerdorf: In diesem Wohngebiet „Im Pätzerfeld“ hat eine bislang unbekannte Frau versucht, ein Kleinkind zu entführen.

Quelle: A

Eine fremde Frau hatte am 27. Dezember versucht, ein Kleinkind (16 Monate) aus seinem Kinderwagen zu kidnappen - der 25-jährige Vater hatte dies gerade noch verhindern können. Was sind die Motive dafür, ein fremdes Kind seinen Eltern wegnehmen zu wollen? Und was muss wohl in der mutmaßlichen Täterin vorgehen?

Die PAZ hat mit dem Peiner Psychologen Naiel Arafat gesprochen. Er sagte: „Es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen ein Kind entführen, das nicht ihr eigenes ist. Etwa wenn sie ihr eigenes verloren haben und damit nicht klarkommen.“ Wenn eine Mutter diese schmerzhafte Erfahrung nicht verarbeite, komme es in extremen Fällen zu dem fixen Gedanken, sich ein anderes Kind zu nehmen, um den Verlust „auszugleichen“.

Oft seien auch Frauen betroffen, die keine eigenen Kinder bekommen können. „Sie stehen unter Druck und möchten sich wie eine ‚gleichwertige‘ Frau fühlen“, erklärte der Psychologe. Durch diese seelische Belastung blendeten sie oft die Realität aus und lebten in ihrer eigenen Welt. Und in dieser drehe sich alles um den Wunsch nach einem Kind. Möglich sei ebenso der Gedanke, ein Kind hätte es bei ihnen besser, als bei den eigenen Eltern. „Wie in dem Fall in Meerdorf, als das Kind in seinem Buggy kurz allein war“, so Arafat. Die Frau könnte gedacht haben, sie müsse es beschützen und könne sich besser darum kümmern - „eine Art Robin-Hood-Gefühl“.

Äußerst selten sei Materielles der Grund für eine Entführung, um das Kind gegen Geld weiterzuvermitteln. „Das machen eher Männer“, erläutert der Spezialist. Unverarbeitete Trauer über ihre erlebte „Ungerechtigkeit“ sei meist die treibende Kraft bei Täterinnen. „Sie denken ebenso wenig an den Schmerz, den sie den Eltern und dem Kind zufügen und dass eine Entführung ja nichts an ihrer Misere ändern wird - sondern alles noch verschlimmert.“ Diese Frauen seien weniger als kriminell zu betrachten denn vielmehr als krank. „Sie brauchen professionelle Hilfe, um ihre Trauer aufzuarbeiten und zu merken, dass ihr Verhalten Unrecht ist.“

Laut der Polizei Peine gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse bezüglich der versuchten Kindesentführung in Meerdorf.

ck

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