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Verdacht: Schwere Vergewaltigung

Amtsgericht Peine Verdacht: Schwere Vergewaltigung

Zwei Jahre auf Bewährung oder eine neue Verhandlung: Ein wegen sexueller Nötigung vor dem Peiner Amtsgericht Angeklagter entschied sich gestern gegen die Bewährungstrafe – in der Hoffnung auf einen Freispruch. Es könnten aber fünf Jahre Gefängnis wegen schwerer Vergewaltigung werden.

Peine . Sex hat er mit der Nebenklägerin gehabt. Das gibt der Angeklagte vor dem Peiner Amtsgericht zu.
Doch sei alles in gegenseitigem Einvernehmen geschehen, sagt er und bleibt dabei. Die Aussage des mutmaßlichen Opfers und einige andere Indizien sprechen dagegen, zum Beispiel eine schwere Verletzung der 39-Jährigen.

Daher endet die Verhandlung vor dem Gericht schon Augenblicke, nachdem sie begonnen hat. Richter Udo Stork erklärt sich auf Antrag der Nebenklage für nicht zuständig und verweist den Fall weiter an das Landgericht Hildesheim. Damit ist auch die Staatsanwaltschaft einverstanden.

Wird der Angeklagte in Hildesheim wegen schwerer Vergewaltigung verurteilt, erwarten ihn fünf Jahre Haft. In Peine wäre er mit zwei Jahren davon gekommen, die eventuell sogar zur Bewährung ausgesetzt worden wären.
Hintergrund der unterschiedlichen Strafmaße: In Peine stand der Angeklagte lediglich wegen sexueller Nötigung vor Gericht. In Hildesheim erwartet ihn nun eine Anklage wegen schwerer Vergewaltigung.

Mit der Bewährungsstrafe hätten alle Seiten leben können. Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Pochert hatte das vor Verhandlungsbeginn schon angedeutet. Rechtsanwältin Daniela Post, die die Geschädigte vertritt, sagt: „Meine Mandantin will ein Urteil im Namen des Volkes.“ Die Höhe des Urteils sei ihr weitgehend egal. Nur Verteidiger Manfred Christian deutet an, dass sein Mandant wohl nicht damit einverstanden ist. Selbst eine eindringliche Erläuterung von Richter Stork und zehn Minuten Pause für ein Gespräch zwischen Verteidiger und Mandant können den 37-Jährigen nicht umstimmen.

Der Angeklagte und das mutmaßliche Opfer hatten sich mit einem anderen Pärchen getroffen. Diese hatten sich im Internet zum Sex verabredet. Auch der Angeklagte soll eingeweiht gewesen sein. Lediglich die 39-jährige Geschädigte sei von der Situation überrascht gewesen und wehrte sich laut Aussage ihrer Anwältin. Offenbar ist die 39-Jährige dabei so schwer verletzt worden, dass sie im Klinikum Peine notoperiert werden musste.

Daher geht Richter Stork davon aus, dass es sich um eine schwere Vergewaltigung gehandelt haben muss. Die Aussage eine Rechtsmediziners der Medizinischen Hochschule Hannover zu der Art der Verletzung untermauere das.
Richter Stork folgt daher dem Antrag von Anwältin Post, das Verfahren an das Landgericht Hildesheim zu verweisen, weil nur dort und nicht im Peiner Amtsgericht über schwere Vergewaltigung verhandelt werden kann.

Für diese Tat gibt es eine Mindeststrafe von fünf Jahren. Das Amtsgericht kann aber nur Strafen von maximal vier Jahren verhängen.

Thorsten Pifan

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