Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Uhu-Liebhaber gibt seine drei Jungtiere zur baldigen Auswilderung frei

Dungelbeck Uhu-Liebhaber gibt seine drei Jungtiere zur baldigen Auswilderung frei

Er gilt als der König der Nacht, keine abendliche Wald-Szene in Geschichten und Filmen kommt ohne seinen charakteristischen Ruf aus: der Uhu. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war der große Eulenvogel in Niedersachsen ausgerottet. Damit es nicht erneut so weit kommt, setzt sich Uhu-Züchter Reinhard Schwenke vehement für einen wachsenden Wildbestand seiner Lieblinge ein – und gibt nun seine Brut zur Auswilderung frei.

Voriger Artikel
Sperrung auf der Landesstraße 321 in Höhe Woltorf
Nächster Artikel
TV-Show-Kandidat tritt in Peine auf: Der Schlangenmann

Uhu-Liebhaber Rolf Meine im Gehege mit zwei seiner Jungvögel.

Quelle: ck

„Die Jägerschaft Peine und ich, wir setzen uns für den Schutz von Uhus ein“, erklärt der Dungelbecker. Seit mehr als 40 Jahren hält er sich gefiederte Exemplare in einem großen Vogelgehege, einer Voliere, in seinem Garten. Vor etwa drei Monaten hat sein Uhu-Pärchen zum ersten Mal Junge bekommen, ein Weibchen und zwei Männchen. Und die sollen nun ihr Leben in Freiheit verbringen, hat der 65-Jährige beschlossen.

Daher hat er sich gestern mit Kescher und Schutzhandschuh ins Gehege gewagt, um die Jungtiere einzufangen, vorsichtig in Kartons zu setzen und nach Leiferde ins Nabu-Artenschutzzentrum zu bringen. Von dort aus werden die Vögel dann nach Seesen gebracht, wo sie von extra hierfür geschulten Experten langsam an ein Leben in freier Natur gewöhnt werden.

„Sie lernen dort zu jagen und selbständig Lebendfutter zu erlegen“, so Schwenke. Die nachtaktiven Tiere ernährten sich hauptsächlich von ebenfalls zu dieser Tageszeit wachen Igeln. Aber auch Mäuse, Hasen und anderes Kleingetier stehen bei Uhus auf dem Speiseplan.

Das Einfang-Prozedere bedurfte großer Konzentration und Vorsicht. Denn die Vögel seien keineswegs zu unterschätzen, sagt der Uhu-Freund. „Sie sind ja nicht an Menschen gewöhnt, sonst könnte man sie nicht auswildern.“ Fühle sich ein Uhu bedroht, könne er einen schwer verletzen mit seinen langen, nagelartigen Hakenkrallen und seinem spitzen, harten Schnabel. Selbst untereinander komme es zu gegenseitigen Attacken: „Mein jetziges Weibchen hat ein anderes von mir, sie hieß Conny, getötet“, so Schwenke.

Aber auch ohne die Dominanz des jetzigen Uhu-Weibchens, wie Schwenke dessen Charakter beschreibt, sei das gestrige Unterfangen nicht möglich gewesen, wäre es im selben Gehege geblieben wie der Rest der Vogel-Familie. „Das wäre lebensgefährlich für mich“, so Schwenke. Deshalb hatte er das Weibchen zuvor in die Voliere nebenan gebracht. Und das war ein guter Entschluss, glaubte man den schnalzenden Klack-Lauten, die das Weibchen drohend von sich gab und den Blick durch den trennenden Maschendraht nicht abwendete von ihren Jungen. „Sie will damit ihre Brut schützen“, erklärt der Tierfreund.

Ein halbes Jahr wird die Auswilderung der Jungvögel dauern. Dann erwarten die Uhus bis zu 19 Jahre in Freiheit. Dieses Alter können Wildtiere nämlich erreichen, in Gefangenschaft werden sie sogar bis zu 60.

Natürliche Feinde haben Uhus außer Fuchs und Habicht nicht, abgesehen auch vom Menschen, der sie ihres Lebensraumes beraubt und sie etwa durch Stromleitungen und den wachsenden Fahrzeugverkehr gefährdet. Deshalb bittet Schwenke inständig: „Nehmt Rücksicht auf unsere schöne Natur und geht sorgsam mit ihr um.“

ck

Der Uhu in Niedersachsen

Lange galt der Uhu nicht als Freund der Niedersachsen: Wegen seiner nächtlichen Lebensweise rankten sich Schauermärchen und Mythen um die Großeule, die eine Flügelspannweite von bis zu 1,70 Meter erreichen kann. Sein markanter „Uhu“-Ruf hat ihn als Unheilsbringer und Totenvogel gebrandmarkt. Schließlich galt er als Konkurrent des Menschen, den es auszurotten galt. Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Uhu systematisch verfolgt: Er wurde geschossen und gefangen, aus den Nistplätzen wurden Eier und Jungvögel entfernt. Schließlich wurde 1937 das Weibchen des letzten Uhupaares in Niedersachsen bei Osterode im Harz geschossen. Damit war hier der „König der Nacht“ als Brutvogel ausgestorben, wenngleich das zugehörige Männchen noch bis 1965 allein weiterlebte. Etwa zeitgleich mit dem Verschwinden des letzten Uhus begannen in Niedersachsen Versuche, den großen Vogel erneut hier anzusiedeln. Dafür wurden in Gefangenschaft gezüchtete Uhus in Südniedersachsen, am Harzrand und im Weserbergland gezielt ausgewildert. Es sei den intensiven Schutzmaßnahmen seit Ende des vergangenen Jahrhunderts zu verdanken, dass sich der Uhu-Bestand mit landesweit weit über 100 Brutpaaren langsam wieder erholt.

ck

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung