Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Überfall-Prozess: Angeklagter laut Facharzt voll schuldfähig

Peine Überfall-Prozess: Angeklagter laut Facharzt voll schuldfähig

Peine. Im Prozess wegen eines brutalen Raubüberfalls auf eine heute 86-jährige Peinerin (PAZ berichtete) hat der Hildesheimer Facharzt für Psychiatrie, Udo Eesmann, keine Hinweise auf eine verminderte Schuld- oder Steuerungsfähigkeit beim angeklagten 23-Jährigen festgestellt. Dies wurde gestern in der Fortsetzungsverhandlung im Hildesheimer Landgericht bei der weiteren Zeugenvernahme deutlich.

Voriger Artikel
IG Bau will Winter-Kündigungen im Kreis Peine verhindern
Nächster Artikel
Einbrecher in Bürogebäude und Jugendtreff

Schützend hielt sich der Angeklagte eine Zeitschrift, die auf dem Gerichtsflur ausgelegen hatte, vors Gesicht. Neben ihm Verteidiger Dirk Schoenian.

Quelle: bar

Nach dem Überfall dreier Männer auf die Peinerin, die in ihrer Wohnung schwer misshandelt, ausgeraubt und schließlich gefesselt sowie geknebelt zurückgelassen worden war, muss sich nun der Angeklagte allein vor Gericht verantworten. Denn die Namen seiner beiden an der Tat beteiligten Bekannten möchte der Salzgitteraner nicht nennen.

Er habe angegeben, Cannabis, Amphetamine und Kokain im Wechsel zu konsumieren, wurde gestern berichtet. Wie ein „Kapitän der eigenen Seele“ habe der 23-Jährige versucht, seinen Gemütszustand mit Drogen zu steuern.

Sein Hang zum Konsum von Betäubungsmitteln liege zumindest an der Grenze zur Abhängigkeit und eine Therapie von mindestens 18 Monaten Dauer sei sicherlich anzuraten, so der Gutachter.

Zur Tatzeit habe der Angeklagte aber nicht unter der Wirkung von Drogen gestanden und auch nicht aus Angst vor Entzugssymptomen gehandelt.

Der 23-Jährige blieb bei seiner Erklärung, er habe eine Tatbeteiligung zwar zuerst zugesagt, habe es sich dann aber anders überlegt. Über seinen Rechtsanwalt, Dirk Schoenian, ließ er ergänzen, er sei von den Mittätern in Salzgitter-Bad mit dem Auto abgeholt worden, in Lebenstedt habe man gehalten und das Vorhaben diskutiert. Er sei dann ausgestiegen und mit dem Bus nach Hause gefahren.

In der vorangegangenen zweiten Verhandlung jedoch war klar geworden, dass das Landeskriminalamt DNA-Spuren des 23-Jährigen auf mehreren Beweis-Gegenständen gefunden hatte, darunter an Klebeband und Kabelbinder, die zum Knebeln und Fesseln der Frau benutzt worden waren, sowie an dem T-Shirt des Opfers.

Dass Spuren in dieser Menge durch bloßes Halten der Gegenstände oder gar indirekt durch Dritte entstanden sein könnten, sei sehr unwahrscheinlich, sagte damals der Sachverständige, Dr. Alexander Pairan.

Der Verteidiger hatte jetzt beantragt, einen weiteren Zeugen zu hören und die Wohnung der 86-Jährigen in Peine in Augenschein zu nehmen. Die neunte große Strafkammer des Hildesheimer Landgerichts wies diese Anträge jedoch ab.

Für den Verhandlungstag am kommenden Mittwoch, 5. Februar, sind Plädoyers und die Urteilsverkündung angesetzt.

bar/ck

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung