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Tödlicher Unfall bei Handorf: Bewährungsstrafe

Gericht Tödlicher Unfall bei Handorf: Bewährungsstrafe

Vor dem Peiner Amtsgericht musste sich am Dienstag ein 54-Jähriger aus Harsum (Kreis Hildesheim) verantworten, der im vergangenen Sommer auf einem Feldweg bei Handorf den Tod einer 15-Jährigen mitverschuldet hatte (PAZ berichtete).

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Das Amtsgericht in Peine.

Quelle: Archiv

Im August 2012 war der Mann gemeinsam mit zwei Bekannten - der Getöteten und einer 13-Jährigen - im Auto auf dem Weg zu einem Baggersee bei Handorf. Auf dem asphaltierten Feldweg dann das folgenschwere Manöver: Die beiden Kinder setzten sich bei geöffneten Seitenscheiben auf die Türen, der 54-Jährige fuhr Schlangenlinien - „aus Spaß“. Dann verlor er die Kontrolle über sein Auto, prallte gegen einen Baum. Das 15-jährige Mädchen wurde aus dem Auto geschleudert, verstarb eine Woche später im Krankenhaus an den schweren Verletzungen.

„Ich bin mit 40 oder 50 Stundenkilometern den Weg entlanggefahren, die Fenster waren unten“, schilderte der Angeklagte. Die Mädchen hätten normal auf der Rückbank gesessen. „Ich habe etwas ins Auge bekommen und mir das Gesicht frei gewischt.“ Dabei seien die 15-Jährige und ihre 13 Jahre alte Freundin wohl unbemerkt auf die Türen geklettert. Bewusst sei er zudem keine Schlangenlinien gefahren, betonte der 54-Jährige.

Auf Nachfrage zum leichtsinnigen Manöver räumte er aber ein: „Ja, wir haben das schon einige Male gemacht. Es kam auch vor, dass ich dann mal Schlangenlinien gefahren bin.“ Das bestätigte die heute 14-Jährige, die beim Unfall unverletzt geblieben war: „Wir haben uns fast immer auf die Fensterrahmen gesetzt, wenn wir auf einem Feldweg gefahren sind.“ Dabei sei der Angeklagte auch fast immer in Schlenkern gefahren. „Weil es Spaß machte“, sagte die Freundin der Getöteten. Sie und ihre Freundin seien in den Ferien fast täglich beim 54-Jährigen gewesen, hätten Filme geschaut oder mit dessen Hunden gespielt. Das stieß dem Gericht sauer auf, denn: Wegen sexuellen Missbrauchs des späteren Todesopfers war der Harsumer 2011 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Ebenfalls nicht zugunsten des Angeklagten war die Aussage des Unfallsachverständigen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das Rauslehnen nicht bemerkt hat. Das hat auch bei 40 Stundenkilometern Einfluss auf das Fahrverhalten des Autos.“

Nach den Plädoyers ergriff der Angeklagte noch einmal das Wort: „Ich kann mich nur entschuldigen. Ich würde es so gern ungeschehen machen... aber das geht leider Gottes nicht.“ Die Reue würdigte das Gericht als aufrichtig. Von der Schuld war es aber gleichermaßen überzeugt. Das Urteil wegen fahrlässiger Tötung: ein Jahr Haft auf Bewährung. Die Richterin: „Sie haben gemerkt, dass die Kinder rausgeklettert sind und fuhren für mehr Spaß Schlangenlinien. Dann haben sie die Kontrolle verloren. Das Mädchen hatte keine Chance - ein furchtbares Geschehen, das niemals wieder gutzumachen ist.“

js

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