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Tödlicher Feinstaub? Greenpeace hat Kohlekraftwerk Mehrum im Visier

Mehrum Tödlicher Feinstaub? Greenpeace hat Kohlekraftwerk Mehrum im Visier

Riesenwirbel um eine Greenpeace-Studie, die die schmutzigsten Kohlekraftwerke in Deutschland kürt. Auf Platz 18 von 67 Kraftwerken der Rangliste findet sich das Kraftwerk Mehrum. Kraftwerks-Chef Bernhard Michels äußerte sich gestern nur knapp – er hält die Studie für unseriös.

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Vertrauter Anblick für die Peiner: Das Kohlekraftwerk in Mehrum. Greenpeace prangert die Feinstaub-Emissionen der Kohlemeiler in Deutschland an.

Quelle: A

Greenpeace listet die Zahl der jährlichen Todesfälle auf, die angeblich auf die Feinstaub-Emission der Kraftwerke zurückzuführen sind. Danach sterben rund um das Kraftwerk Mehrum jedes Jahr 35Menschen an den gesundheitsschädigenden Folgen der Feinstaub-Emission. Das sei gleichzusetzen mit dem Verlust von 372Lebensjahren und zusätzlich infolge von Krankheiten mit dem Verlust von 7861Arbeitstagen.

Der Kommentar von Kraftwerk-Geschäftsführer Bernhard Michels: „Zu solchen wissenschaftlichen Vergleichen, bei denen Tote aufgezählt werden, gebe ich keine Stellungnahme ab.“

Besonders stark in der Kritik stehen Braunkohlekraftwerke. Sie sind auch Spitzenreiter der Rangliste. Das schmutzigste Kohlekraftwerk steht demnach in Peitz im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Dort sterben laut Greenpeace jährlich 373Menschen an den Folgen der Feinstaub-Emission – mehr als zehn Mal so viele wie dem Kraftwerk mit seinen 35Toten angelastet werden.

Allein unter den ersten zehn schmutzigsten Kraftwerken sind neun, die mit Braunkohle betrieben werden. Wenn man nur die Steinkohlekraftwerke miteinander vergleicht, landet das Kraftwerk in Mehrum auf Rang neun. Die Umweltschützer hatten die Studie bei der Universität Stuttgart in Auftrag gegeben. Die Datengrundlage haben sie aus einem speziellen europäischen Register, das öffentlich Auskunft über die Emission der Kohlekraftwerke gibt.

Das Ziel von Greenpeace ist klar: Die Umweltschützer fordern den Ausstieg aus der Verstromung der Kohle und warnen vor der Inbetriebnahme weiterer Kraftwerke, die wegen des geplanten Ausstiegs aus der Kernkraft zurzeit in Bau sind. Bundesweit sorgte die Studie gestern für viel Wirbel. Christoph Weßelmann vom technischen Kraftwerksverband VBG Powertech kritisierte bei Welt online die Studie: „Der Großteil des Feinstaubs kommt aus Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Heizungsbetrieb. Rechnet man „natürlichen Feinstaub“ mit ein, zu dem Staub aus Bodenerosion und Pollen gehören, hätten Kraftwerke nur einen Anteil von einem Tausendstel.“

pif

Das Kraftwerk Mehrum

1962 wurde in Mehrum mit dem Bau eines 100-Megawatt (MW)-Kraftwerkblocks begonnen. Im Sommer 1965 ging die Anlage in Betrieb. Ein zweiter 100-MW-Block ging im Herbst 1969 ans Netz. Betrieben wurden beide Blöcke mit schwerem Heizöl und Erdgas. Das heutige Steinkohle-Kraftwerk ging 1979 mit einer Netto-Leistung von 654 Mega-Watt in Betrieb.

Durch Modernisierung konnte der Wirkungsgrad der Anlage erheblich gesteigert werden. Heute leistet sie 690 Mega-Watt. Im Kraftwerk sind 135 Mitarbeiter und 16 Auszubildende tätig. Die Stadtwerke Hannover halten 83,3 Prozent und die BS-Energy 16,7 Prozent am Kraftwerk Mehrum.

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