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Tochter der Geliebten missbraucht

Landgericht Hildesheim Tochter der Geliebten missbraucht

Dramatische Szenen in der Jugendschutzkammer beim Landgericht Hildesheim: Angeklagt ist Kindsmissbrauch, der Täter schluchzt und gesteht die Verbrechen, die Mutter des Opfers bricht im Saal zusammen.

Hildesheim . Ein Prozess gegen einen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines zehnjährigen Mädchens angeklagten Peine ist gestern viel schneller als erwartet zu Ende gegangen.

Statt wie geplant, nach drei Verhandlungstagen konnte die Jugendschutzkammer des Landgerichts Hildesheim nach nicht einmal zwei Stunden sein Urteil verkünden. Das sieht eine dreieinhalb Gefängnisstrafe für den 41-Jährigen vor.

„Es war eine verhältnismäßig kurze Beweisaufnahme„, sagte der Vorsitzende Richter Volker Heckemüller. Das klingt nach einer glatten Untertreibung. Der Beschuldigte ließ von seinem Verteidiger Holger Nitz eine Erklärung vorlesen, in der er die Vorwürfe einräumte.

Anschließend konnte das Gericht auf alle Zeugen verzichten und auf die juristische Zielgerade einbiegen. Zweimal hatte der Mann den Angaben zufolge sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen. Die Taten ereigneten sich im Keller des von ihm bewohnten Hauses und in seinem Auto auf einem Feldweg bei Hannover. „Der Verdacht liegt nahe, dass es noch weitere Fälle gibt. Aber die lassen sich nicht belegen“, sagte Heckemüller.

Die Kürze der Verhandlung war überraschend, nicht jedoch das Ergebnis. Bereits im Vorfeld hatte sich die Strafkammer mit Verteidiger Nitz und Staatsanwalt Oliver Paul darauf geeinigt, dass im Falle eines Geständnisses eine verhältnismäßig milde Haftstrafe von höchstens drei Jahren und sechs Monaten verhängt würde. Durch seine Einsicht habe der Angeklagte dem Opfer den belastenden Auftritt vor Gericht erspart, betonte Heckemüller. „Außenstehende können sich überhaupt nicht vorstellen, wie quälend solche Situationen für die Betroffenen sind“, sagte er.

Eine geringere Strafe sei aber nicht möglich gewesen, erklärte der Richter. Die Taten seien schlimm, und der Beschuldigte habe das Vertrauen des Kindes und seiner Mutter schwer missbraucht. Damit spielte er auf die Tatsache an, dass es sich bei dem Opfer ausgerechnet um die Tochter jener Frau handelt, mit der der verheiratete Mann und Familienvater ein heimliches Verhältnis hatte.

Der 41-Jährige verfolgte die Verhandlung mit sichtlichem Unbehagen und gelegentlichem Schluchzen. „Es tut mir so leid“, beteuerte der Mann.

Für ungewohnte Dramatik sorgte hingegen die Mutter des Opfers. Kaum, dass der Angeklagte sein Geständnis abgelegt hatte, packte ein heftiger Weinkrampf die junge Frau. Schließlich brach sie zusammen und musste auf dem Weg aus dem Gerichtssaal von Justizbediensteten gestützt werden. Dem Rest der Verhandlung blieb sie fern.

Jens Krone

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