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„Tippelei“: Zimmerleute auf der Walz

Peine „Tippelei“: Zimmerleute auf der Walz

Ein wenig verwegen sehen der 20-jährige Markus Heinig und der 25-jährige Ronny Schweigert schon aus. Doch die beiden jungen Männer sind ganz harmlos: Als Zimmermannsgesellen sind sie derzeit im Peiner Land auf der Walz – also auf Wanderschaft, um ihre handwerklichen Fertigkeiten zu vervollkommnen.

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Sind in diesen Tagen im Kreis Peine auf der Walz: Markus Heinig (links) und Ronny Schweigert.

Quelle: wos

Peine . Übersehen kann man sie nicht, denn mit ihrer schwarzen Zimmermannskluft und den Hüten sehen Markus Heinig und Ronny Schweigert ein bisschen aus wie aus der Zeit gefallen. Drei Jahre und einen Tag werden sie unterwegs sein, dabei dürfen sie ihren Heimatstädten Hamburg beziehungsweise Quedlinburg nicht näher als 50 Kilometer kommen.

Und sie reisen mit kleinem Gepäck. „Jeder hat nur den Stenz, also den Wanderstab, und ein Bündel dabei, das wir Charlottenburger nennen“, erklären sie. Darin verschnürt ist die Arbeitskleidung und Unterwäsche. Mehr habe man auf der Walz nicht dabei. Handy oder Laptop? Fehlanzeige. „Und es geht ganz wunderbar ohne“, versichern die beiden jungen Männer.

Seit etwas mehr als einem Jahr sind sie unterwegs, vor etwa vier Monaten haben sie sich kennengelernt, seither „tippeln“ sie gemeinsam. „Das muss aber nicht so bleiben“, sagen sie. Da sie aber beide in den Norden in die skandinavischen Länder ziehen wollen, bietet sich die Gemeinsamkeit an.

Auf Wanderschaft gehen darf nur, wer die Gesellenprüfung bestanden hat, ledig, kinderlos und schuldenfrei ist, denn die Wanderschaft soll nicht als Flucht vor Verantwortung missbraucht werden.

„Wir fragen bei ortsansässigen Betrieben nach Arbeit und bleiben dann in der Regel gegen Kost und Logis eine Weile dort. Auf diese Weise lernt man nicht nur handwerklich jede Menge dazu, sondern auch Land und Leute kennen“, erklären die beiden jungen Männer, bevor sie ins Peiner Rathaus weiterziehen, um sich einen Stempel für ihr Wanderbuch zu holen: Den Nachweis dafür, dass sie in Peine waren.

wos

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