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Tier-Messies: Tierheim deckte zwei Fälle auf

Peine Tier-Messies: Tierheim deckte zwei Fälle auf

Peine. Völlig überfüllte Käfige, kein Wasser, Dreck - mehr als 150 Meerschweinchen hat ein Mann aus Peine in einem kleinen Stall gehalten. „Tierhorten“ nennt sich diese psychische Störung. Diesen und einen weiteren Fall hat das Tierheim Peine aufgedeckt, das nach der Rettung der Tiere nun aus allen Nähten platzt.

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Tierheim Peine, Animal Hoarding, Meerschweinchen, Tierpflegerin Andrea Krause

Quelle: Janine Kluge

Zwei Fälle des „Animal Hoarding“ („Tierhorten“, siehe Hintergrund) hat das Tierheim Peine im Landkreis aufgedeckt. „Eine noch junge Frau fütterte jahrelang Katzen an, die sich laufend vermehrten. Auch Kaninchen und Meerschweinchen hielt sie, ohne diese nach Geschlechtern zu trennen, sodass auch hier laufend Jungtiere zur Welt kamen“, schildert Heike Brakemeier, Leiterin des Tierheims Peine. Insgesamt 20Meerschweinchen, zehn Kaninchen und sechs der stark verwahrlosten und kranken Katzen hat das Tierheim aufgenommen, drei davon mussten sofort eingeschläfert werden.

Die Situation verschärfte sich als kurze Zeit später ein zweiter Fall anonym beim Tierheim gemeldet wurde: Ein Peiner mittleren Alters hat etwa 150 Meerschweinchen in einem kleinen, völlig überfüllten Stall gehalten. „Die Bedingungen waren erschreckend“, so Brakemeier. Bis zu 30 Tiere hätten in einem kleinen Käfig gelebt. „Der erste Besuch war grauenhaft und der Gestank kaum zu ertragen“, schildert die Tierschützerin. „Den Tieren stand weder Wasser noch Heu zur Verfügung und sie lebten im eigenen Kot.“

Bis zur Rettung der Tiere dauerte es allerdings noch einige Tage. Vom Veterinäramt bekam der Besitzer die Auflage, die Missstände zu beseitigen. „Wertvolle Zeit, in der längst etwas für die Tiere hätte getan werden können“, so Brakemeier. Der Besitzer ließ sich letztlich nur dazu überreden, einen Teil der Tiere abzugeben. Was die übrigen Tiere angeht, herrscht bei den Mitarbeitern des Tierheims ein ungutes Gefühl. „Wir hoffen, dass das Veterinäramt den Fall im Auge behält“, sagt Tierpflegerin Andrea Krause. „Angefangen hatte der Mann mit zwei Tieren, dann ist die Situation wohl aus dem Ruder gelaufen. Brakemeier befürchtet deshalb, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Situation wieder eskaliert.

Die Kapazitäten des Tierheims sind ausgeschöpft. Kleintiere können nicht mehr aufgenommen werden. Benötigt werden dringend Spenden wie Heu, Stroh, Äpfel, Möhren, Erbsen, Kohlrabi, Löwenzahn oder Petersilie.

  • Wer Interesse dran hat, einigen Tieren ein neues Zuhause zu geben, meldet sich beim Tierheim Peine an der Fritz-Stegen-Allee unter Telefon 05171/52558. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 15 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 13 Uhr. Mittwochs ist geschlossen.

Stichwort:

Animal Hoarding - wenn Tierliebe zur krankhaften Sucht wird

„Animal Hoarding“ wird im Deutschen „Tierhorten“ oder „Tiersammelsucht“ genannt. Es ist eine psychische Störung, die zum unkontrollierten Halten und Sammeln von lebenden Haustieren führt. Irgendwann kann der Halter die Standarts der Tierhaltung wie Hygiene, Pflege, Fütterung oder tierärztliche Versorgung nicht mehr überblicken, es kommt zur völligen Verwahrlosung der Tiere. Beim Peiner Fall lebten mehr als 150 Meerschweinchen in einem kleinen Schuppen auf engstem Raum, und auch die Katzen im anderen Fall sind schwer krank – mussten zum Teil eingeschläfert werden. Tierhorter sind unfähig, diese Missstände zu erkennen und zu beseitigen. Betroffene sind meist weiblich, alleinstehend und älter. Sie sehen sich selber als Tierliebhaber oder engagierte Tierschützer. Ursache ist häufig Einsamkeit und die Angst vor totaler Isolation. Die Haustiere werden als „Partnerersatz“ oder als „Ersatzfamilie“ betrachtet.

ju

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