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„Tiefe Teiche sind Sterbeteiche“

Kreis Peine „Tiefe Teiche sind Sterbeteiche“

„Teiche dürfen auf keinen Fall tiefer als 60 Zentimeter sein!“ Rüdiger Bleck, Vorsitzender der Naturschutzbundes Peine, ist empört über die Informationen, die der Landesverband des Naturschutzbundes zum Thema Kleingewässer herausgegeben hat.

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Vor allem tiefe Teiche können im Winter für Frösche zur Todesfalle werden, sagt der Naturschutzbund Peine.

Quelle: archiv

Kreis Peine . Der Naturschutzbund Niedersachsen hatte in einer Pressemitteilung davor gewarnt, Teiche zu flach anzulegen und empfahl eine Wassertiefe mehr als einem Meter als optimal für Gartengewässer, mit der Begründung zu flache Teiche könnten komplett durchfrieren und würden so zur Todesfalle für Frösche.

Dem widerspricht Bleck als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Kleingewässerschutz des Nabu Peine vehement: „Tiefe Teiche sind Sterbeteiche, da dort der Bodengrund nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird. Uwe Baumert mag zwar Amphibienkenner sein und kennt sich mit Krötenwanderungen aus, aber von Teichen scheint er nichts zu wissen.“ Richtig sei hingegen, dass in diesem Winter besonders viele Teiche umgekippt seien. „Die Ursache dafür war die wochenlang dicke Schneeschicht auf dem Eis“, erklärt der Peiner Experte. Diese habe verhindert, dass Licht in die Teiche dringe, wodurch die Pflanzen keinen Sauerstoff produzieren konnten. „Vor allem die tiefen Teiche sind deswegen umgekippt“, betont Bleck, der seit 25 Jahren Volkshochschulkurse zu diesem Thema gibt.

„Meinen ersten Teich habe ich mit meinem Vater angelegt, das war vor 44 Jahren. Er ist nicht mal 40 Zentimeter tief und noch nie durchgefroren“, betont Bleck. Er empfiehlt den Schnee vorsichtig vom Eis zu entfernen. „Bloß nicht mit dem Schneeschieber, und auch kein Loch hineinhacken“, rät er. Denn wenn die Frösche, die im Schlamm auf dem Grund überwintern, aufgeschreckt werden, hätten sie einen stark erhöhten Sauerstoffbedarf und ersticken. Durch die Zersetzungsprozesse würde wiederum Sauerstoff verbraucht, sodass eine Kettenreaktion entstehe: „Der Teich kippt um und verwandelt sich in eine milchig weiße, stinkende Brühe.“

Die Auffassung, die der Experte des Landesverbands vertrete, stamme von Laienautoren aus den 70er Jahren. Alle neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse gingen in eine andere Richtung, sagt der 51-jährige Peiner. Jeden Winter messe er die Eisdecke der Teiche am Teicherkundungspfad in Meerdorf, von denen viele um 40 Zentimeter tief sind. „Selten stelle ich dabei Eisdecken von mehr als 20 Zentimetern fest.“ Denn die biochemische Wärme, die durch Bakterien am Grund des Teiches entstehe, verhindere, dass das Eis zu dick werde.

Mirja Weber

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