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Thomas Reis präsentierte Kabarett, wie es sein soll

Peine Thomas Reis präsentierte Kabarett, wie es sein soll

Peine. „Willkommen!“, ist das schon eine erotische Willenserklärung? Oder doch „nur“ eine nette Begrüßung? Bei Thomas Reis’ aktuellem Bühnenprogramm „…und SIE erregt mich doch!“, das am Freitagabend im ausverkauften Peiner Forum zu sehen war, ist das eine durchaus berechtigte Frage.

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Der Kabarettist Thomas Reis war am Freitagabend im Peiner Forum zu erleben.

Quelle: im

Immer wieder fragen sich die Gäste des inzwischen 51-jährigen Kabarettisten: Wen meint er denn? Wer erregt ihn? Wer ist SIE? Die Merkel mit ihrer Weiblichkeit präsentierenden Raute? Oder die Frau an und für sich? Die Welt, die Politik? Und heißt Erregung immer „erotisch“? Ist Wut nicht auch Erregung?

„Meine Lust ist jung und meine Wut erst recht, ohne Erregung stürben wir aus - nicht nur biologisch. Dürfen wir die Schöpfung den Religiösen überlassen, die Moral den Humorlosen und die Satire den Politikern? Nein.“ Messerscharf filetiert Reis die Guten ebenso wie die vermeintlich Schlechten, ergeht sich in Alltäglichem, dreht und wendet es - und man fragt sich, wieso man das selbst noch nie so gesehen hat.

Bei Reis geht es um die Facetten von Sprache und was man daraus formen kann. Er rast von der Liebe zur Politik, von der Umwelt zu Glauben und Wirtschaft. Die Szenenwechsel erfolgen schneller als ein Reifenwechsel in der Formel 1. Gelegentlich wünscht man sich: Noch mal langsam, damit ich mitdenken kann!

Thomas Reis schafft es, zwei Stunden auf höchstem Niveau die Besucher zu fordern. Zu dieser sprachlichen Mega-Leistung kommt sein großes mimisches und dialektisches Talent, mit dem er seinen Charakteren Gestalt verleiht. Zum Niederknien sein wunderbar in die Länge gezogenes sächsisches „Nuuu, Muddi“. Das ist großes Kino.

Insgesamt ist der temporeiche Abend geprägt von brillanten Gedankenblitzen, von sentimentalen Momenten („Wenn Liebe so mächtig ist, warum existieren Liebende so selten als Paar?“) und boshaften Ideen.

Wortgewaltig, philosophisch brillant, nachdenklich, sentimental und böse, böse, böse - so soll Kabarett sein, und Thomas Reis hat das in bester Manier zelebriert. Das war ein lohnenswerter, kurzweiliger Abend. Danke!

su

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