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Telefon-Flirt: Haft für brutale Brüder

Schöffengericht Peine Telefon-Flirt: Haft für brutale Brüder

Sie haben ihn per Telefon-Flirt-Verbindung in die Wohnung gelockt, heftig verdroschen und gegen den Kopf getreten: Weil drei Männer im Alter von 36, 40 und 46 Jahren in der Gemeinde Lahstedt angeblich gedacht hatten, es mit einem Kinderschänder zu tun zu haben, schlugen sie so brutal auf ihr Opfer ein, dass es mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus musste. Gestern verhängte das Schöffengericht beim Amtsgericht Peine Haftstrafen mit und ohne Bewährung gegen das Trio.

Peine. Es war eine Verhandlung, die „den Rahmen für ein Amtsgericht sprengt“, sagte der vorsitzende Richter Udo Stork nach knapp sechseinhalbstündiger Sitzung. Auch die Konstellation der Beteiligten war nicht gerade alltäglich: Zwei der drei Angeklagten sind Brüder, beide vorbestraft. Der Dritte kam wenige Tage vor der Tat im Februar gerade aus dem Knast und hat mit der Frau ein Kind, die jetzt vom Haupttäter schwanger ist. Sie nennt diesen „meinen Verlobten“, obwohl der Mann noch verheiratet ist.

Die Brüder hatten sich am Tatabend wegen ihr schon dermaßen in die Flicken gekriegt, dass der „Verlobte“, wegen gemeinschaftlichen Mordes Vorbestrafte voller Wut und voller Wucht mit der Faust gegen die Wand geschlagen hatte, um sich abzureagieren. Und dann tauchte noch der Typ von der Flirt-Hotline auf.

Ein geselliger Abend sollte es werden, er endete für das Opfer und die Täter in einem Desaster: Die schwangere Frau hatte ihre Freundin aus Lehrte abgeholt, es sollte in ihrer Wohnung Pfeilewerfen gespielt und getrunken werden. Die drei Männer kamen hinzu und brachten noch drei Flaschen Wodka mit. Dazu machten sie nach eigenen Angaben eineinhalb Kisten Bier leer. Die Stimmung stieg.

Die Lehrterin wiederum telefonierte ohne Unterlass mit einer Flirt-Hotline, gab Nachrichten ein und trank und trank. Auch die Schwangere, die als Einzige des Abend nüchtern geblieben sein will, schickte Nachrichten. Es ging darum, einen Mann herzubestellen. Schließlich sagte auch einer sein Kommen zu, die Lehrterin marschierte volltrunken ab ins Bett, gab aber noch den Hinweis: „Jetzt kommt der Kinderschänder.“ Sie soll es weitaus drastischer ausgedrückt haben. Soll – genau wusste das gestern niemand mehr, jedenfalls schwirrte der Begriff durch die Stube der Trinkgesellschaft und brachte die Männer in Fahrt.

Die Schwangere ließ den Besucher ins Haus, die Männer hatten sich in verschiedenen Zimmern versteckt und als der Fremde aus Groß Schwülper, höchstwahrscheinlich war er gar nicht der erwartete Kinderschänder, wieder gehen wollte, standen ihm die drei Männer gegenüber.

Im Haus gab es den ersten Schlag, dann die Treppe runter, aus dem Haus raus zum Auto, da erreichte den Flirt-Line-Telefonisten das Trommelfeuer aus Tritten und Faustschlägen. Schwer verletzt fand ihn die Polizei in seinem Auto.

Gestern kam die Abrechnung vor Gericht: Der älteste der Brüder muss für zwei Jahre und einen Monat ins Gefängnis, der Haupttäter für drei Jahre und zwei Monate. Der dritte Mann kam mit zehn Monaten und zwei Wochen auf Bewährung davon.

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