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Technologischer Meilenstein aus Peine: 100 Jahre Breitflanschträger

Peine Technologischer Meilenstein aus Peine: 100 Jahre Breitflanschträger

Ein technologischer Meilenstein wurde vor 100 Jahren im Stahlwerk Peiner Träger entwickelt: der Breitflanschträger. Jetzt präsentiert der Mutterkonzern Salzgitter AG bislang unbekannte Fotos aus dieser Pionierzeit.

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Bilder aus dem vergangenen Jahrhundert: Ein Peiner Träger war 1927 das Prunkstück einer Werkstoff-Tagung in Berlin.

Quelle: Salzgitter-AG-Konzernarchiv

Am 28. Juli 1914, vor 100 Jahren, wurde in Peine der erste parallelflanschige Breitflanschträger der Welt gewalzt - eine Pionierleistung, die den „Peiner Träger“ international bekannt und berühmt machte. Das Peiner Walzwerk, 1872 gegründet, um das Roheisen der nahe gelegenen Ilseder Hütte AG zu Stahl und Walzprodukten zu verarbeiten, besaß zu diesem Zeitpunkt bereits eine rund 40-jährige Erfahrung in der Trägerproduktion. Das Unternehmen war ein angesehener und in Deutschland führender Spezialist für Form- und Profilstahl. Um diese Marktposition auch weiterhin zu behaupten, beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat 1912 den Bau eines neuartigen Trägerwalzwerks. Die Verfahrensidee stammte von Johann Puppe, einem Professor der Technischen Hochschule Breslau, mit dem die Peiner bereits auf anderen Gebieten kooperierten. Sie existierte bis dahin allerdings lediglich auf dem Papier.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit nahm das innovative Walzwerk im Juli 1914 die Produktion auf. Der erste Träger der neuen Bauart, ein Profil 26 mit 260 mm Höhe und 260 mm Flanschbreite, litt zwar noch unter einem „etwas welligen Steg“, aber das war ein Anlaufproblem, das die Peiner Walzer schnell in den Griff bekamen.

Die Anlage war bereits bei der Inbetriebnahme für 98 unterschiedliche Profile ausgelegt. Ihre ganze Leistungsstärke konnte sie jedoch erst einige Jahre später, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, unter Beweis stellen.

Der Peiner Breitflanschträger war den herkömmlichen Trägern, die entweder eine geringere Flanschbreite oder Flanschen mit Neigungen zwischen neun und 14 Prozent besaßen, deutlich überlegen. Vor allem dem Hoch- und Brückenbau eröffnete er neue Möglichkeiten. 1927 erhielt ein Peiner Erzeugnis mit dem Profil P 65 und 31 Meter Länge sogar ­besondere Aufmerksamkeit als Prunkstück der Werkstoff­tagung in Berlin. Es überspannte als größter bis dahin in Deutschland gewalzter Breitflanschträger den Haupteingang.

Die Breitflanschträger aus Peine wurden in viele Länder der Welt exportiert, auch dann noch, als innerhalb kürzester Zeit amerikanische Unternehmen das neue Walzverfahren kopiert hatten. Ein Beweis für die hohe Qualität des Peiner Produkts, aber auch ein Erfolg der intensiven Werbung.

Von 1930 bis 1942 erschien sogar eine Fachzeitschrift mit dem Titel „Der P-Träger“, die über Einsatzmöglichkeiten und Verwendung berichtete.

Die 1914 in Betrieb genommene Walzstraße wurde im Laufe der folgenden Jahrzehnte wieder­holt modernisiert und durch Erweiterungen auf neue Profile und Kastenspundbohlen den sich verändernden technologischen Anforderungen und Möglichkeiten angepasst. Dennoch kam 1958 nach 44 Jahren Betriebszeit ihr Ende. Sie wurde durch eine neue, noch wesentlich leistungsfähigere Universalstraße ersetzt.

Die Erfolgsgeschichte des Breitflanschträgers ging dagegen weiter, und von ihr profitierte selbstverständlich die gesamte Peiner Trägerproduktion. Das Werk walzte stets ein umfassendes Profilstahl-Sortiment, und jede Art von Träger aus Peine gilt national wie international bis heute als Synonym für Profilerzeugnisse höchster Qualität.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass 2001 der Produktname sogar zum Unternehmensnamen wurde. Die Peiner Träger GmbH steht in einer großen Tradition, und es gibt gute Gründe für eine erfolgreiche Zukunft. Deutschland und Europa sind hoch industrialisiert und benötigen mehr denn je eine leistungsstarke Infrastruktur: Verkehrswege, Produktionsstätten, Kraftwerke und öffentliche Bauten. In allen diesen Bereichen werden Stahlträger benötigt, für Neubauprojekte ebenso wie für die Sanierung bestehender Einrichtungen. Außerdem: Stahlträger sind ein hervorragendes Beispiel für Recycling im industriellen Maßstab. In Peine wird Stahlschrott in Elektroöfen eingeschmolzen und zu einem hochwertigen Produkt - dem Peiner Träger - weiterverarbeitet.

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